Technik: Moderne Steuerungen von Aufzügen

Die ältesten Aufzugsanlagen hatten Handsteuerungen, die bedient wurden von einem Aufzugsführer oder Liftboy, der ständig in der Kabine mitfuhr. Die Fahrgäste in den Haltestellen betätigten einen Rufknopf, der ein akustisches Signal im Fahrkorb auslöste und anzeigte, von welcher Haltestelle der Fahrtwunsch kam. Der Aufzugsführer konnte frei entscheiden, ob er seinen in der Kabine befindlichen Fahrgast erst einmal exklusiv zu dessen Ziel brachte oder bei der Vorbeifahrt anhielt, um den in der Haltestelle wartenden Fahrgast zusteigen zu lassen. Die Haltegenauigkeit beim Anhalten bzw. Einfahren in die Haltestellen hing vom Können des Aufzugsführers ab, der an der richtigen Stelle vor der Haltestelle seinen Hebel bedienen musste, damit der Aufzug bodenbündig hielt. Der Aufzugsführer wurde überflüssig, nachdem das Einfahren und Anhalten in den Haltestellen automatisch gesteuert werden konnte. Die Aufzüge wurden zu so genannten Selbstfahrern. Der Fahrgast musste im Fahrkorb sein Ziel durch Betätigen des entsprechenden Zielknopfes selbst wählen. Ein Rufen des Aufzugs in den Haltestellen erfolgte durch den gleichen Knopf wie bei der Führersteuerung, jedoch bewirkte er ein automatisches Heranholen der Aufzugskabine, sobald diese frei war. Solange die Kabine nicht frei war, leuchtete ein Feld »Besetzt« auf. Die Kabine konnte dann während der Fahrt von außen nicht angehalten werden. Für den Fahrgast in der Kabine war diese so genannte Direktsteuerung äußerst komfortabel, für den außen wartenden Fahrgast dagegen unbefriedigend.

Technik: Moderne Steuerungen von Aufzügen
© Schindler/Frank Deinhard