Europas Machtzentrum erhält ein neues Gesicht: Der bisherige Sitz des EU-Ministerrats, ein längst zum Bürobau umfunktioniertes ehemaliges Wohngebäude aus den 20er-Jahren, wird derzeit durch den belgischen Architekten Philippe Samyn saniert und erweitert. Ein elliptischer Baukörper, dessen Form ein wenig an eine bauchige Vase erinnert, soll künftig die Sitzungs- und Bankettsäle für die politischen Entscheidungsträger sowie ein Pressezentrum beherbergen. Eingehaust ist diese Raumskulptur in eine Glashalle, deren Hülle so gar nicht dem gewohnten Bild der Repräsentationsbauten ringsum entspricht. Fast 3000 Holzfensterrahmen - einige davon mehr als 250 Jahre alt - ließen die Architekten von einem Händler für gebrauchte Baumaterialien in allen EU-Mitgliedsstaaten einsammeln und nach Brüssel bringen. Dort wurden sie aufbereitet, auf 3,5 ≈ 5,4 Meter große Stahlrahmen montiert und anschließend auf der - ebenfalls stählernen - Tragstruktur der Fassade befestigt.
