"Das ist in jedem Projekt anders, aber meist gibt es schnell eine Art Grundidee, wo Farbe zum Einsatz kommen soll, beispielsweise an der Fassade oder einer bestimmten Stelle im Haus. Die Entscheidung aber für eine bestimmte Farbe oder Farbkombination ist normalerweise ein langwieriger Prozess. Beim Umweltbundesamt in Dessau, das demnächst fertig gestellt wird, hatten wir beispielsweise auf dem ersten Wettbewerbsmodell auf der Fassade Farbpunkte oder Farbflächen, die an Schiebeläden erinnerten - eine Idee, die von der GSW in Berlin kam oder vom Photonikzentrum in Adlershof, wo die Sonnenschutzelemente farbig sind. Schließlich sind daraus farbige Glasverkleidungen geworden, die Funktionselemente wie Nachtlüftungsklappen abdecken oder massive Wände verkleiden. Das umlaufende Farbenspektrum ist sehr differenziert und hat sich einfach aus der räumlichen Konfiguration ergeben. Wir haben versucht, mit unterschiedlichen Farben auf die unterschiedlichen Raumfiguren einzugehen und den Kontext zu reflektieren. Das war ein langer Entwicklungsprozess, der in den fast sieben Jahren Planungszeit immer parallel lief." Sauerbruch über den Einsatz der Farbe im Entwurfsprozess.
