Diskussion: Kunststoffe zwischen Vergeistigung und Trashkultur

Mit der Auflösung des Form-Material-Verhältnisses und dem damit einhergehenden Wandel der Entwurfsansätze haben sich die Kunststoffe im Experimentierfeld der zeitgenössischen Architekturavantgarde erneut etabliert. Im Spannungsfeld von Geist und Materie, Form und Material stehen digitale Architekturkonzepte, bei denen sich die Form losgelöst vom Material diametral entgegen einer als Materialkunst verstandenen Architektur herausbildet. Dabei begünstigen digital generierte Formen auf der einen und Materialfetischismus auf der anderen Seite den Einsatz transparenter Kunststoffe; zeichnen sich diese doch insbesondere durch Immaterialität und Mehrdeutigkeit aus. Beliebige Formbarkeit und Wandlungsfähigkeit binden das künstliche Material an die digital animierte Architekturgestalt. Aufgrund seiner Flexibilität, Effizienz und Anpassungsfähigkeit ist es überdies geradezu prädestiniert für bionische Konzepte sowie eine Architektur, bei der es in erster Linie um Metaphorik, Sinnlichkeit, Atmosphärisches, Irritationen und »Entgrenzung« geht - Entgrenzung zwischen Innen und Außen, Körper und Raum, Tragwerk und Hülle, Zweidimensionalität und Dreidimensionalität, Statik und Dynamik, aber auch die Entgrenzung des Raums in der Zeit.

Diskussion: Kunststoffe zwischen Vergeistigung und Trashkultur
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