Fachwissen: Nullenergiegebäude - ein Begriff mit vielen Bedeutungen

Weltweit werden seit Anfang der 90er-Jahre Gebäude mit dem Anspruch einer ausgeglichenen oder positiven Energiebilanz realisiert. Oft setzen Architekten oder Bauherren die Akzente (z. erhöhte Energieeffizienz, saisonale Speicherung, erneuerbare Wärmeversorgung), auf deren Grundlage diese Gebäude geplant und entsprechende Konzepte zur Bilanzierung von Energieverbrauch und -erzeugung entwickelt werden [1, 2]. So entstanden u. Begriffe wie energieautarkes Haus, Nullheizenergiehaus, Nullenergiehaus und international »(Net) Zero Energy Building« oder »Equilibrium Building«. Mehr als 300 dieser Gebäude sind unter [3] erfasst, 130 davon im deutschsprachigen Raum. Prominent wurde die Thematik im Mai 2010 durch die Neufassung der Energy Performance in Buildings Directive (EPBD) und deren Zielsetzung, bis 2020 alle Neubauten in den EU-Mitgliedsländern als »Nearly Zero Energy Buildings« umzusetzen [4]. Das 6. Energieforschungsprogramm der Bundesregierung formulierte schließlich Mitte 2011 den »klimaneutralen Gebäudebestand« ab 2050 und das »Niedrigstenergiegebäude« als Ziele [5].

Fachwissen: Nullenergiegebäude - ein Begriff mit vielen Bedeutungen
Experimentalgebäude zum Solar Decathlon Europe 2010 in Madrid (E); Universität Wuppertal. Nur-Strom-Gebäude mit hoher Eigenbedarfsdeckung durch Solarstromanlagen auf dem Dach (6 kWₚ) und der Fassade (3 kWₚ) in Verbindung mit einer Pufferbatterie (7 kWh) © Peter Keil