Hintergrund: Das Dilemma der mittleren Qualität

Über die nationalen Klimaschutzziele besteht in Deutschland weitgehend Einigkeit: Angestrebt wird eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis 2050 um 80 bis 90 % gegenüber dem Stand von 1990. Die heute übliche mittlere energetische Qualität (wie z. der Niedrigenergie- bzw. EnEV-Standard) im Neubau und bei Sanierungen genügt jedoch bei Weitem nicht, um diese Klimaschutzziele im Sektor der privaten Haushalte zu erreichen. Spätestens ab 2015/20 sind daher deutlich höhere Güteklassen notwendig. Zusätzlich spielt der Umbau der Energiesysteme in Richtung »Dekarbonisierung« der Wärme- und Stromerzeugung eine wichtige Rolle. Ein wirtschaftlich umsetzbarer Lösungsansatz besteht in der konsequenten Verwendung von Passivhaustechnologien im Neubau und bei künftigen energetischen Modernisierungen. Wie sich dieser bis 2050 auf die Treibhausgasemissionen auswirken würde, war Gegenstand der Dissertation des Autors [1]. Dieser Beitrag stellt ihre wesentlichen Ergebnisse vor.

Hintergrund: Das Dilemma der mittleren Qualität
Bedingt sanierbarer Bestand © Jakob Schoof