Magazin: DGNB - Gütesiegel: Nachhaltig in jeder Beziehung

Keiner der großen Technologiestandorte, sondern eine kleine Stadt in Ostdeutschland hat die Nase vorn: Die beste Gesamtnote unter den 28 Gebäuden, die Anfang dieses Jahres mit dem Gütesiegel der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) ausgezeichnet wurden, erhielt das 2007 fertiggestellte Paul-Wunderlich-Haus im brandenburgischen Eberswalde. Es ist Sitz der Kreisverwaltung und des Landrats von Barnim und setzt Maßstäbe für das nachhaltige Bauen. Diese umfassen keineswegs nur ökologische Aspekte: Die DGNB, die das Gütesiegel Nachhaltiges Bauen gemeinsam mit dem Bundesbauministerium entwickelte, versteht Nachhaltigkeit in einem umfassenden Sinn. Bezeichnen soll das Siegel deshalb »besonders umweltfreundliche, gesunde, ressourcensparende und wirtschaftlich effiziente Gebäude«. Vergeben wird es auf Grundlage eines Katalogs, der - unterteilt in fünf Kategorien - insgesamt 49 Kriterien umfasst. Sie betreffen die ökologische und ökonomische Qualität, aber auch soziokulturelle und funktionale Kriterien, technische Effizienz und die Prozessqualität. Mit diesem Ansatz unterscheidet sich das DGNB-Gütesiegel von anderen Bewertungssystemen, die sich international etabliert haben. Die britische BREEAM beispielsweise (Building Research Establishment Environmental Assessment Method) berücksichtigt zwar ebenfalls das Planungsmanagement sowie Aspekte wie Gesundheit und Komfort, legt aber den Schwerpunkt auf die Ökologie. Umweltorientiert ist auch der in den USA entwickelte LEED-Standard (Leadership in Energy and Environmental Design), der insgesamt deutlich weniger hohe Anforderungen stellt als das deutsche Zertifikat.

Magazin: DGNB - Gütesiegel: Nachhaltig in jeder Beziehung
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