Hintergrund: SOM und die Entwicklung des Hochhausbaus

Mit ihren insgesamt rund 80 Jahren Erfahrung im Zusammenspiel von Architektur und Ingenieurbaukunst bleiben die Entwürfe des in Chicago gegründeten Büros Skidmore, Owings & Merrill (SOM) besonders bei der Konstruktion von gigantischen Hochhäusern, den »Supertalls«, bis heute bahnbrechend. Der vierte Band der Reihe DETAIL engineering präsentiert die Herangehensweisen, die Wurzeln und den theoretischen Hintergrund der SOM Structural Group. Dabei steht nicht nur die Frage im Mittelpunkt, wie »hoch hinaus« Architektur gehen kann. Ausführlich behandelt werden auch die Themen Effizienz und Wirtschaftlichkeit, die sowohl für die Planung als auch für den Bau solcher Gebäude eine wesentliche Rolle spielen. Darüber hinaus erläutern generelle Tragwerkskonzepte sowie einzelne Details von einer Vielzahl an Projekten aus aller Welt die Prozesse der Lösungsfindung. Die Ergebnisse verdeutlichen die Ideen des Büros: Einfachheit, Klarheit, Ordnungsprinzipien als Grundlage struktureller Ideen, Effizienz und Weiterentwicklung. Eines der im Buch ausführlich erläuterten Gebäude ist der Burj Khalifa - das höchste Gebäude der Welt (Abb. A). Dessen Entwurfskonzept gibt eine organische Form mit einer dreiachsigen, Yförmigen Geometrie vor, die sich spiralförmig nach oben windet (Abb. B). Mit diesem Grundriss eignet sich der Turm mit einer Fläche von 280.000 m 2 ideal für die dort untergebrachte Wohn und Hotelnutzung, daer eine bestmögliche Sicht nach außen erlaubt und gleichzeitig visuelle Privatsphäre bietet. Diese Geometriedient allerdings auch dazu, das 155 Geschosse hohe Stahlbetontragwerk in Bezug auf die Windbelastung zu optimieren. Ergänzt wird der Blick auf einzelne Bauten - zu denen auch der James Turrel Skyspace zählt - durch deren Einordnung in das Gesamtwerk und deren Verbindung zu den »Klassikern«, wie etwa dem John Hancock Center (Abb. C) oder dem Sears Tower, beide in Chicago. Die vorgestellten innovativen Verwendungen von Mate rialien und die neuen Tragwerkslösungen zeigen auf, wie SOM Architektur einer »neuen Generation« entstehen lässt.

Hintergrund: SOM und die Entwicklung des Hochhausbaus
John Hancock Center, Chicago 1969 © Christian Schittich