Neben vielen wirtschaftlichen, städtebaulichen und ökologischen Gründen, die für die Verdichtung unserer Städte durch Hochhäuser sprechen, verspüren die Menschen seit jeher den Wunsch, immer höher zu bauen. Historische Belege hierfür bieten die Geschichten über den Turmbau zu Babel, aber auch realisierte Bauten wie die ägyptischen und mittelamerikanischen Pyramiden. Bis zum späten 19. Jahrhundert war die Menschheit aufgrund fehlender technischer Möglichkeiten allerdings dazu verurteilt, weitgehend am Boden zu bleiben. Erst das 1885 in Chicago fertiggestellte Home Insurance Building (Abb. A) verfügte über jene technischen Innovationen, mit denen die bisherigen Grenzen überwunden werden konnten und gilt daher als das erste moderne Hochhaus der Welt. Die wichtigsten Innovationen dieses Gebäudes betrafen das vertikale Transportsystem (absturzsichere Aufzüge) und das Tragsystem (Skelettrahmenkonstruktion aus Stahlträgern und guss- bzw. schmiedeeisernen Elementen). Bis heute sind es diese beiden Systeme, die die baulichen Grenzen von Hochhäusern definieren.
