Um mehr Transparenz und feinere Strukturen zu erreichen, versuchen viele Architekten und Ingenieure, die Grenzen innovativer Glaskonstruktionen zu erweitern. Bei der Entwicklung einer neuen, leistungsfähigeren Generation von Glasstrukturen sollte die Lösung jedoch nicht sein, einfach die Glas-dicken zu erhöhen. Die Antwort auf viele der heutigen gestalterischen Anforderungen könnte vielmehr in der Weiterentwicklung bestehender Konzepte liegen: Anstatt lichtundurchlässige Materialien wie Beton oder Stahl weitgehend zu eliminieren, wie bei dem Glasdach für das Maximilianmuseum in Augsburg (Abb. 1; Detail 5/2001), wird die nächste Generation von Glasstrukturen vielleicht gerade dadurch spannender, dass das Glas mit Stahl oder Beton innovative Hybridstrukturen bildet. Solche Materialkombinationen erfordern komplexe Berechnungsmethoden und eine optimale Zusammenarbeit des Planungsteams, um opake Elemente gezielt dort einzusetzen, wo dies besonders große Vorteile bringt. Dieser Artikel stellt einige beispielhafte Projekte vor: eine ultradünne Betontreppe mit tragenden Glasgeländern oder aussteifende Wandscheiben als Ersatz für Stahlstreben. Solche Lösungen sind nur noch einen Schritt entfernt von noch größer dimensionierten Glasstrukturen der Zukunft, die hybride Materialkombinationen effizient nutzen.
