Technik: Grundlagen und Entwicklungen bei Wärmedämmverbundsystemen

Am 1. Oktober 2009 tritt die Energieeinsparverordnung (EnEV) 2009 in Kraft. Sie schreibt Planern neue Berechnungsmethoden und engere Grenzwerte für die Dimensionierung von Dämmwerten der Gebäudehülle vor: Der Primärenergieverbrauch von Neu- oder Umbauten muss im Vergleich zur EnEV 2007 um 30 % niedriger sein. Dem Architekten und Planer bleibt der Spielraum, im Referenzgebäudeverfahren einzelne Bereiche der Gebäudehülle in einem eng gesetzten Rahmen weniger gut zu dämmen, wenn er mit Kompensationsmaßnahmen die übrigen Außenbauteile überdurchschnittlich gut dämmt. Der U-Wert der einzelnen Bauteile muss den Werten des Referenzgebäudes gerecht werden. Lag nach der EnEV 2007 die Mindestdämmanforderung der Außenwand des gesamten Gebäudes im Neubaubereich bei einem mittleren U-Wert von 0,35 W/m2K, muss jetzt jedes Bauteil einen Referenzwert von bis zu 0,24 W/m2K erreichen (Abb. 2).1 Da Wärmedämmverbundsysteme (WDVS), auch Thermohaut oder Vollwärmeschutz genannt, den Markt für Neubauten mit ca. 58 % und für thermische Sanierungen mit einem Anteil von nahezu 75 % beherrschen, kommt ihnen bei der Umsetzung der EnEV 2009 eine entscheidende Rolle zu. WDVS sind in Kombination mit Massiv-, Holz- oder Stahlbau möglich, die dünnsten Wände sind aufgrund der zusätzlichen Gefachedämmung im Holz- oder Stahlbau realisierbar.

Technik: Grundlagen und Entwicklungen bei Wärmedämmverbundsystemen
© Margita Jocham