Fertigteil 2.0: Kreislaufwirtschaft im Bauwesen

 - Oliver Tessmann

Das Bauwesen ist für rund die Hälfte des Abfallaufkommens in Deutschland und vielen anderen Ländern verantwortlich. Das muss nicht sein. Denn in der Regel übersteigt die mögliche Lebensdauer moderner Gebäude ihre tatsächliche Lebensdauer bei Weitem. Selten ist es die mangelhafte Materialbeständigkeit, die zum Abriss von Gebäuden führt. Häufiger liegt der Grund in einer ökonomischen Obsoleszenz und unzeitgemäßen Gebäudetypologien. Klimakrise und Ressourcenknappheit erfordern die Abkehr von linearen Material- und Bauteilströmen hin zu deren Transformation in Kreisläufe. An den Spolien unserer Zeit zeigt sich die Wertschätzung des Material- und Energieeinsatzes, aber auch des Planungs- und Herstellungsaufwandes von Bauteilen, die zu wertvoll sind, um sie dem Downcycling preiszugeben.

Fertigteil 2.0: Kreislaufwirtschaft im Bauwesen
Mit Hilfe von Industrierobotern mit großformatigen Kreissägeblättern werden die Bauteile zu Fertigteilen 2.0 aufbereitet. © Institut für Tragwerksentwuf (ITE), TU Braunschweig