- Jakob Schoof
Höhe, Nutzfläche, Zahl der Wohnungen - diese Kennziffern sind im investorenfinanzierten Hochhausbau meist von zentralem Interesse. 800 Bäume, 4500 Büsche und 15 000 weitere Pflanzen - das sind die Zahlen, die Stefano Boeri für den Bosco Verticale an der Mailänder Porta Garibaldi zuerst nennt. Mit den beiden begrünten 110 und 76 m hohen Wohntürmen ließen der italienische Architekt und sein Team eine Vision Realität werden, die schon ganze Architektengenerationen umgetrieben hatte. Doch an dem vertikalen Wald schieden sich die Geister: Viele waren begeistert, andere kritisierten den Bosco Verticale als "Edelforst für Besserverdienende", als Anti-Architektur und als Ressourcenverschwendung. Dessen ungeachtet hat Boeri weiter an dem Konzept gearbeitet - und denkt längst über den Maßstab des einzelnen Gebäudes hinaus, um die Biodiversität in den Städten zu fördern. Hält das Konzept den hohen Erwartungen stand?
