Die Innovationskraft entfesseln

 - Barbara Zettel, Jakob Schoof

Alles kann, nichts muss: So ungefähr soll er funktionieren, der neue Gebäudetyp E für einfaches oder experimentelles Bauen. In Zeiten knapper Kassen und knapper Wohnungen hat die Idee rasch an Fahrt aufgenommen. Die deutschen Architekten- und Ingenieurkammern fordern die Einführung des neuen Gebäudetyps und auch die Politik lässt Sympathien dafür erkennen. In einem Papier der Bundesregierung vom September 2023 heißt es: "Bauen muss zukünftig einfacher, schneller und günstiger werden. Dazu soll das Bauen im Sinne des Gebäudetyps E befördert werden, indem die Vertragspartner Spielräume für innovative Planung vereinbaren, auch durch Abweichen von kostenintensiven Standards." Grund genug, den Mitinitiator des Konzepts, Florian Dilg aus München, und seinen Rotterdamer Kollegen André Kempe zu den Perspektiven des einfachen Bauens zu befragen.

Die Innovationskraft entfesseln
Noch ohne Gebäudetyp E realisierten Zwingel/Dilg und Färbinger Rossmy ihren Genossenschaftsbau auf dem Areal der Funkkaserne München. Er umfasst 75 Wohnungen, davon 60 % sozial geförderte. © Michael Heinrich