Preisträger 2026

Das große Finale in Hamburg

Lange erwartet und mit Spannung herbeigesehnt: Am 16. September fand der Caparol Architektur Award 2026 im Design Zentrum Hamburg seinen feierlichen Höhepunkt. Im Rahmen der Preisverleihung wurden die Projekte und die Menschen dahinter gewürdigt – und damit zukunftsweisende Architektur und außergewöhnliche Gestaltungsideen ins Rampenlicht gerückt.

Vorhang auf für die Preisträgerinnen und Preisträger 2026:

An- und Umbau Wohngenossenschaft Wolfmatten

Kategorie: Bauen im Bestand
Preisträger: Studio Balthasar Wirz
Projekt: An- und Umbau Wohngenossenschaft Wolfmatten

Projektbeschreibung: Die Genossenschaftshäuser aus den 50er-Jahren erhielten eine neue Fassadendämmung mit Holzverschalung sowie angebaute, vergrößerte Wohnküchen in Holzbauweise. Alt und neu sind farblich differenziert und mit minimalen Eingriffen in die Umwelt umgesetzt. Die zweigeschossigen Erweiterungen stehen auf ressourcensparenden Schraubfundamenten.

Juryurteil: „Die Verwendung von Holz für Decken und Böden sowie als tragendes Element der Außenwände unterstreicht die besondere Wohnatmosphäre. Mit minimalen Mitteln und sorgfältig gefügten Bauteilen gelingt ein bemerkenswert präziser und zugleich kosteneffizienter Entwurf. Damit formuliert das Projekt eine überzeugende architektonisch-konstruktive Antwort auf die gestellte Bauaufgabe.“ (Prof. Gerd Jäger, Baumschlager Eberle Architekten)

Mehrzweckhalle Markelfingen

Kategorie: Neubau
Preisträger: Steimle Architekten BDA
Projekt: Mehrzweckhalle Markelfingen

Projektbeschreibung: Unter dem weit auskragenden Dach vereint das Bauwerk eine flexibel nutzbare Sport- und Mehrzweckhalle und einen angegliederten Bühnenraum. Das Baumaterial stammt überwiegend aus der Region. Während es an den Fassaden einen braunen Anstrich erhielt, bleibt es im Innenraum naturfarben und offen sichtbar. Nur der tannengrüne Verkaufskiosk und ein gelbes Geländer setzen farbige Akzente.

Juryurteil: „Das Material Fichte wird innen wie außen konsequent eingesetzt. Dass die tragende Holzstruktur unverkleidet bleibt, macht den Neubau zu einem ehrlichen und nachvollziehbaren Stadtbaustein. In seinen Proportionen zeigt sich die kompakte Halle gut gesetzt und durchdekliniert. Im Inneren überrascht der wertige Ausbau, die mehr an eine Museumsarchitektur als an einen Sporthallenbau erinnert.“ (Jeanette Kunsmann, Chefredakteurin DETAIL)

Firmenzentrale Jägerbau

Kategorie: Bauen mit Farbe (Sonderpreis)
Preisträger: Innauer Matt Architekten ZT GmbH
Projekt: Firmenzentrale Jägerbau

Projektbeschreibung: Die Firmenzentrale Jägerbau von Innauer Matt in Bludenz, Vorarlberg, ist eine Symphonie aus rotem Sichtbeton – und ein eindrucksvoller Leistungsnachweis ihres Bauherrn. Bandfassaden aus Betonfertigteilen öffnen das Gebäude zur Stadt. Ein Innenhof mit elliptisch umlaufenden Galerien dient als Treffpunkt für die Belegschaft.

Juryurteil: „Besondere Qualität entfaltet das Projekt durch die wiederkehrende Verwendung roter, massiver Materialien. Als verbindendes Gestaltungselement führt die Farbe Innenraum und Fassade zu einem homogenen und selbstbewussten Gesamtbild zusammen. Fein aufeinander abgestimmte Oberflächenstrukturen und eine sorgfältige Detaillierung verleihen dem Baukörper zugleich Robustheit und Wärme.“ (Maic Auschrat, Caparol)

Werkhof Uri

Kategorie: Zirkuläres Bauen (Sonderpreis)
Preisträger: Felgendreher Olfs Köchling Architektur
Projekt: Werkhof Uri

Projektbeschreibung: Der Werkhof Uri von Felgendreher Olfs Köchling Architektur stellt einen überzeugenden Beitrag zur aktuellen Diskurslage des zirkulären Bauens dar, denn er wurde konsequent nach dem Prinzip Cradle to Cradle gestaltet. Sichtbarer Ausdruck davon ist die Fassadenverkleidung aus 5 km recycelten Leitplanken der nahe gelegenen Autobahn A4.

Juryurteil: „Zentral ist der integrale Ansatz der Zirkularität: Konstruktion, Materialwahl und Detaillierung sind durchgängig auf Wiederverwendbarkeit, sortenreine Trennbarkeit und Langlebigkeit ausgerichtet. Das primäre Holztragwerk fungiert dabei als ressourcenschonende Struktur, ergänzend hierzu werden wiederverwendete Leitplanken als überraschendes, sehr ästhetisches Material – passend zur Nutzung der Straßenmeisterei – eingesetzt und in einen neuen funktionalen sowie gestalterischen Kontext überführt.“ (Christian Hein, RKW Architektur +)

Kirchengemeindezentrum St. Matthäi

Kategorie: Students‘ Award
Preisträger: Yannik Schümann
Projekt: Kirchengemeindezentrum St. Matthäi

Projektbeschreibung: Das Konzept für die Umgestaltung des Gemeindezentrums in Lübeck sieht vor, die neugotische Kirche um drei Neubauten mit Café, Jugendzentrum und einer Winterkirche zu erweitern. Einen Schwerpunkt bildet die städtebauliche Setzung der drei Baukörper mit einheitlichen Ziegelfassaden und Kupfer-Stehfalzdächern.

Juryurteil: „Der architektonische Diskurs beschäftigt sich häufig mit dem Umbau und der Nachnutzung ungenutzter Kirchenbauten. Der Entwurf stellt die Frage, wie der bestehende Ort aufgewertet und als Treffpunkt für Gemeinde und Quartier gestärkt werden kann. Kubatur, Proportionen und Materialität sind sorgfältig auf den Bestand abgestimmt und treten mit diesem in einen selbstverständlichen Dialog. Die hohe Qualität der Darstellung vermittelt die Atmosphäre und die zentralen Ideen des Entwurfs auf überzeugende Weise.“ (Lars Schomburg, Nickl & Partner)

Erschaffen, was möglich ist

Wir bedanken uns herzlich bei allen, die den Caparol Architektur Award 2026 mit ihrem Engagement, ihren Ideen und ihrer Leidenschaft mitgestaltet haben. Ganz im Sinne unseres Leitmotivs: Erschaffen, was möglich ist.