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EMPA entwickelt Aerogel-Dämmputz

Aerogel-Dämmstoffe drängen derzeit mit Macht ins Bauwesen vor. Erst im Sommer 2010 hat Rockwool die erste Innendämmung mit Aerogel präsentiert. Jetzt haben Schweizer Forscher überdies einen Aerogel-Dämmputz vorgestellt, der 2013 marktreif sein soll.

Aerogel besteht zu über 99% aus Luft. Seine Poren sind überdies nur wenige Nanometer groß, so dass Luftbewegungen in ihrem Inneren – mit denen bei herkömmlichen Dämmstoffen Wärme übertragen wird – praktisch nicht mehr stattfinden. Aus dieser Tatsache resultiert die enorme Dämmwirkung des Materials, das seine ersten Einsätze in Raumfahrtanzügen erlebte.

Derzeit arbeiten Hersteller und Forschungseinrichtungen daran, Aerogel zu Dämmstoffen für das Bauweisen weiterzuverarbeiten. Forscher der Eidgenössischen Materialprüfungsanstalt (EMPA) haben nun einen Hochleistungsdämmputz entwickelt, der dank so genannter Aerogele dreimal besser isoliert als ein herkömmlicher Dämmputz. „Der neue Verputz bietet eine elegante Möglichkeit, historische Bauten energetisch zu sanieren, ohne deren Erscheinungsbild zu verändern“, heißt es in einer Pressemitteilung der EMPA.

Der aerogelbasierte Hochleistungsdämmputz soll 2011 erstmals in Feldversuchen getestet werden und 2013 auf den Markt kommen. „Dieser Putz ist ideal für alte Gebäude, da er historischen Baumaterialien aufgrund seiner mineralischen Basis optisch und verarbeitungstechnisch sehr nahe kommt. Er lässt sich sowohl für Innen- als auch für Aussenrenovationen einsetzen“, teilt die EMPA mit. Die Wärmeleitfähigkeit des neuen Putzes liegt unter 0,030 W/m•K und beträgt damit nur die Hälfte bis ein Drittel der Werte üblicher Verputze.

Der neue Dämmputz wird einfach mit der Verputzmaschine aufgespritzt. Ein weiterer Vorteil besteht in der Fähigkeit, gleichzeitig wasserdampfdurchlässig und wasserabweisend zu wirken. Der neue Dämmputz lässt deutlich mehr Wasserdampf durch als herkömmlicher Putz, ohne dass er selbst nass wird. Mit-Entwickler Thomas Stahl erklärt: „Durch die poröse Struktur des Aerogels ist der Verputz zwar für Wassermoleküle durchlässig – für makroskopische Wassertropfen sind die Nano-Poren jedoch viel zu fein.“

Erste Gebäude sollen laut EMPA ab Mitte 2012 versuchsmäßig verputzt werden. Die Mehrkosten gegenüber herkömmlichen Dämmputzen dürften sich je nach Dicke auf etwa 50 bis 100 Franken pro Quadratmeter belaufen.

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