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Modernisierung des Wohnungsbestands – Symposium in München

Am Donnerstag, den 26. Juni 2014, findet in München das letzte Symposium der fünfteiligen Reihe „Die Zukunft des Bauens“ von DETAIL research und der Forschungsinitiative Zukunft Bau des BMUB und BBSR zum Thema „Modernisierung des Wohnungsbestands“ statt.

Veranstaltungsort: Vorhoelzer Forum (5. OG), TU München, Arcisstr. 21
Datum: Donnerstag, den 26. Juni 2014
Beginn: 14 Uhr

Modernisierung des Wohnungsbestands

Die Sanierung des Wohnungsbestands gewinnt in vielerlei Hinsicht immer mehr an Bedeutung: Die von der Bundesregierung gesteckten Ziele der Energiewende können nur erreicht werden, wenn die große Masse des Gebäudebestands einbezogen wird. Dafür müssen auch im Wohnungsbestand die Energieeffizienz maximiert, der Bedarf minimiert und der Verbrauch über erneuerbare Energien abgedeckt werden. Hier ist besonders die Berücksichtigung des Nutzerverhaltens und dessen Integration in die Berechnungen sinnvoll. Eine steigende Land-Stadt-Migration sowie neue Anforderungen an altersgerechte Wohnungen sind zusätzliche Aspekte, die Planer und Forscher in ihre Überlegungen einbeziehen. In wachsenden Großstädten steht insgesamt zu wenig Wohnraum zur Verfügung, der Bedarf an neuen Verdichtungsstrategien ist hoch. Die kreative Umnutzung von brachliegenden Büro- oder Gewerbeobjekten stellt eine naheliegende Lösung dar. Umnutzung statt Abbruch und Neubau reduziert Kosten, Materialeinsatz und Bauzeit. Die Grundstücksausnutzung wird im Sinne der Nachverdichtung zusätzlich erhöht. Klimadiskussion, Rohstoffmangel und ein sorgsamer Umgang mit Ressourcen beinhalten auch einen bewussten Umgang mit der Ressource Wasser. So wie alle bautechnischen Bereiche stetig weiterentwickelt werden, gibt es auch in der Siedlungswasserwirtschaft neue Trends und Tendenzen. Tradierte Systeme werden durch zeitgemäße Konzepte, die den modernen Anforderungen genügen, gewandelt. Nach dem Motto „Neue Technik in alte Häuser" werden flexible, kosteneffiziente und integrative Lösungsansätze der Leitungs- und Sanitärsanierung für den Gebäudebestand entwickelt. Im Rahmen aller Modernisierungsmaßnahmen an Bestandsgebäuden sind vielfältige Herausforderungen zu bewältigen. Dies sorgt nicht selten für Stress und Unbehagen bei den Nutzern sowie beim Besitzer für Ausfallkosten und einen großen logistischen Aufwand. Neueste Bauelementsysteme ermöglichen Sanierungsmaßnahmen mit minimalen Eingriffen, die Gebäude bleiben während der gesamten Baumaßnahme in Betrieb. Der Wohnraum der Zukunft wird durch eine hohe Dichte, Energieeffizienz, Flexibilität, durch neue Formen der Mobilität, Infrastruktur und Versorgung geprägt sein, dementsprechend gilt es nun den Bestand für die Zukunft zu rüsten.

Anmeldung

Die Veranstaltung ist kostenlos, um Anmeldung wird jedoch gebeten.

Zum Anmeldeportal

Ludgeriplatz Münster, Projekt aus Forschungsvorhaben der HCU zur Umnutzung des ungenutzten Bürohausbestands. Bildrechte: HCU, Kritzmann

Programm 

10.00 Uhr: Expertengespräch (mit gesonderter Einladung)

14.00 Uhr:  Begrüßung
Prof. Christiane Sauer, Berlin

14.05 Uhr:  Investitionen in Wohnungsbestände
Christoph Zander, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, Bonn

14.35 Uhr:  Kooperationsorientierte Projektabwicklung durch Bau- und Wohnungsunternehmen bei Baumaßnahmen im bewohnten Bestand
Prof. Dr.-Ing. Peter Racky, Universität Kassel

15.05 Uhr:  Möglichkeiten und Chancen, unrentabel und unfunktionell gewordenen, innerstädtischen Bürohausbestand zu Wohnraum umzunutzen
Prof. Dr.-Ing. Bernd Kritzmann, HafenCity Universität Hamburg

15.35 Uhr:  kurze Kaffeepause

15.45 Uhr:  Integration neuartiger Sanitärsysteme in den Gebäudebestand
Susanne Veser, Bauhaus-Universität Weimar

16.15 Uhr: Modernisieren mit System
Thomas Haltenhof, Schüco International KG

16.45 Uhr: Energieeffizienter Wohnungsbau
Prof. Thomas Auer, Technische Universität München

ab 17.15 Uhr:  Ausklang mit Apéro



Investitionen in Wohnungsbestände
Christoph Zander, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, Bonn

Wie setzt sich der Wohnungsmarkt zusammen? Wer sind die Eigentümer der Wohnungen und wie sind Bestandsinvestitionen strukturiert? Welche Handlungsmotive sind für welche Anbietergruppen relevant? Das BBSR nähert sich diesen übergeordneten Fragestellungen mittels verschiedener Forschungsprojekte, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven und methodischen Herangehensweisen mit den Investitionen von Anbietergruppen in ihre Wohnungsbestände auseinandersetzen. Christoph Zander gibt in seinem Vortrag Einblicke in Inhalte und Zwischenstände laufender Ressortforschungsprojekte. Ein inhaltlicher Schwerpunkt sind dabei die Investitionsprozesse von Wohnungseigentümergemeinschaften. Hintergrund für dieses Forschungsvorhaben sind Hinweise darauf, dass der Sanierungsrückstau in den Beständen von Wohnungseigentümergemeinschaften im Durchschnitt größer als bei Ein- und Zweifamilienhäusern oder in den Beständen von Wohnungsunternehmen ist. Die Herausforderung für Investitionen liegt hier insbesondere im Prozess der Entscheidungsfindung, Beschlussfassung und Maßnahmenfinanzierung: Im Vergleich zu anderen Wohnungsmarktakteuren erzeugt die Vielzahl beteiligter Eigentümer mit häufig unterschiedlichen Voraussetzungen und Interessen eine hohe Komplexität im Entscheidungsprozess. Das Forschungsprojekt analysiert anhand von insgesamt 20 Fallstudien Entscheidungs- und Finanzierungsprozesse von Wohnungseigentümergemeinschaften zu energetischen und altersgerechten Sanierungsmaßnahmen und arbeitet die hiermit verbundenen Erfolgsfaktoren ebenso wie die Hemmnisse heraus. Außerdem werden im Vortrag ausgewählte Ergebnisse zu den Investitionen privater Eigentümer von Mehrfamilienhausmietwohnungen ebenso wie die Ergebnisse einer Befragung von Kommunen bzw. kommunalen Wohnungsanbietern zu ihren Beständen vorgestellt.

Christoph Zander ist Projektleiter im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung BBSR im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung BBR für das Referat Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (II 13). Nach dem Geographiestudium in Hamburg und der Tätigkeit bei einem wohnungswirtschaftlichen Forschungs- und Beratungsunternehmen ist er seit rund 10 Jahren im BBSR insbesondere für die Konzeption und fachliche Betreuung von Ressortforschungsvorhaben des Bundes zuständig. Inhaltlicher Schwerpunkt war in den letzten Jahren dabei unter anderem der Themenbereich der Veränderungen der Anbieterstrukturen auf den Wohnungsmärkten in Deutschland. Aktuell stehen Projekte im Zusammenhang mit privaten Vermietern und Investitionsprozessen von Wohnungseigentümer-Gemeinschaften im Fokus seiner Tätigkeit.



Kooperationsorientierte Projektabwicklung durch Bau- und Wohnungsunternehmen bei Baumaßnahmen im bewohnten Bestand
Prof. Dr.-Ing. Peter Racky, Universität Kassel

Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen bergen häufig – besonders bei Wohnobjekten im laufenden Betrieb – jede Menge Konfliktpotenzial. Um den Planungs- und Realisierungsprozess möglichst zeit- und kosteneffizient zu gestalten, sowie die Beeinträchtigungen der Nutzer durch die Baumaßnahmen zu minimieren, ist eine komplexe Planung im Vorfeld notwendig. Das Ziel der geförderten Forschungsarbeit der Universität Kassel war die Analyse von Best-Practice-Ansätzen zur Vermeidung von Konfliktpotenzial bei der Bauvertragsabwicklung von Baumaßnahmen bei Wohnobjekten im bewohnten Bestand. Anhand dieser Modelle wurden konkrete Handlungsempfehlungen, Checklisten und Arbeitsmittel aufbereitet. Die praktische Umsetzung der Ergebnisse soll aus Sicht aller Parteien zur Effizienzsteigerung und Konflikt-reduzierung beitragen. Die Analyse erstreckte sich auf die erfolgskritischen Teilprozesse der Projektabwicklung u.a. auf Bestandserhebung, Technische Detailplanung, Kompetenzwettbewerb, Ausschreibung und Vergabe, Mieterbetreuung, Baustelleneinrichtungsplanung, Detailablaufplanung, Informations- und Besprechungswesen, Leistungsänderungsmanagement und Entscheidungsmanagement. Die einzelnen Handlungsempfehlungen umfassen beispielhafte bauvertragliche Regelungen, Checklisten und Musterabläufe, die sich direkt in die Praxis übertragen lassen. Eine besondere Bedeutung kommt den Handlungsempfehlungen zur Strukturierung der Mieterbetreuung als Teilprozess des Projektmanagements zu. Diese zeigte sich im Zuge der Forschungsarbeit aus Sicht der Bauvertragsparteien als besonders relevant bei Baumaßnahmen im bewohnten Bestand.

Prof. Dr.-Ing. Peter Racky ist Leiter des Fachgebiets Baubetriebswirtschaft im Fachbereich Bauingenieur- und Umweltingenieurwesen an der Universität Kassel. Dort ist er seit 2013 weiterhin Chief Construction Officer (CCO). Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der innovativen Abwicklungsformen und kooperationsorientierten Vertragsmodelle für Bauprojekte sowie der prozessorientierten Projektabwicklung im Hochbau. Racky studierte Bauingenieurwesen an der TU Darmstadt und promovierte 1997 am Institut für Baubetrieb. Im Anschluss war er für die Hochtief Construction AG, Niederlassung Düsseldorf, tätig. Seit 2002 ist er als Universitätsprofessor in Kassel beschäftigt. Peter Racky ist Mitherausgeber des Buches „Partnering in der Bau- und Immobilienwirtschaft“(Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2008).



Möglichkeiten und Chancen, unrentabel und unfunktionell gewordenen, innerstädtischen Bürohausbestand zu Wohnraum umzunutzen
Prof. Dr.-Ing. Bernd Kritzmann, HafenCity Universität Hamburg

Bauen im Bestand, Reaktivierung und Umnutzung stehen im Mittelpunkt der Forschungstätigkeiten von Prof. Dr.-Ing. Bernd Kritzmann und seinem Team der HCU. Themen sind u.a. die Nachverdichtung von Innenstädten, Ergänzungen im Stadtbild, das Schließen von Baulücken sowie Anbauten, Nutzungserweiterungen und Ergänzungsbauten. Dabei stehen immer die Wechselwirkungen von alter und neuer Bausubstanz im Fokus sowie die Erhaltung von Milieu, Stadtbild und Quartiersbestand. Besonders innerstädtische Verwaltungsbauten aus den 1950er- und 60er-Jahren bieten viel Entwicklungspotenzial. Die Immobilien sind nicht mehr ökonomisch, entsprechen nicht den modernen Standards sowie dem Image und den Strukturen vieler Unternehmen. Nutzer und Bauherrn ziehen sich vermehrt aus diesen Immobilien zurück. Die Prognose geht von einer steigenden Anzahl an Bestands-Bürogebäuden aus, die nun entweder ohne zusätzliche Investition verfallen oder abgerissen werden, die für neue Büronutzungen modernisiert werden oder die zu Wohnraum umgebaut werden können. Das vorgestellte Forschungsprojekt „Möglichkeiten und Chancen, unrentabel und unfunktionell gewordenen, innerstädtischen Bürohausbestand zu Wohnraum umzunutzen“ beruht auf der erhöhten Nachfrage nach innerstädtischem Wohnraum durch den Wegfall der Eigenheimzulage und der Pendlerpauschale sowie stetig steigender Energiekosten. Die Baukosten eines grundlegenden Umbaus mit energetischer Modernisierung sind mit denen eines Neubaus vergleichbar. Da die Abrisskosten bei Redevelopment-Projekten entfallen, sind diese in der Regel finanziell günstiger. Die Bauzeit wird verkürzt, es fallen geringere Kosten der Zwischenfinanzierung an, die Grundstücksausnutzung bleibt gleich oder wird im Sinne einer Nachverdichtung erhöht.

 

Prof. Dr.-Ing. Bernd Kritzmann ist Universitätsprofessor für Entwerfen und Baukonstruktion an der HafenCity Universität Hamburg Studiengang Architektur sowie als freier Architekt in Hamburg tätig. Nach einer Facharbeiterausbildung als Maurer und dem Studium der Architektur an der FH Münster und der Universität Hannover war er als Architekt in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen tätig. Die universitäre Laufbahn begann Kritzmann als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HfbK), wo er auch promovierte. In den Jahren 1989-1990 war Kritzmann als Vertretungsprofessor an der HfbK tätig. Von 1990 bis 2006 hatte er die Professur für Entwerfen und Baukonstruktion an der Fachhoch-schule Hamburg inne. Nach Gründung der HafenCity Universität Hamburg (HCU) 2006 war Kritzmann Vizepräsident für Lehre und Studium bis 2009. Er ist Mitglied in verschiedenen Gremien, Gutachter in zahlreichen Evaluations- und Akkreditierungsverfahren für Planerstudiengänge in Deutschland sowie Autor von Publikationen.



Integration neuartiger Sanitärsysteme in den Gebäudebestand
Susanne Veser, Bauhaus-Universität Weimar

Klimadiskussion, Rohstoffmangel, Kommunen in Geldnöten sowie das Vorbild aus der Abfallwirtschaft führen dazu, auch den aktuellen Stand der Abwassererfassung in der Siedlungswasserwirtschaft zu überdenken. Werden die Teilströme, aus denen sich unser Abwasser zusammensetzt, bereits am Entstehungsort getrennt erfasst, werden sie vom Problemstoff zur energiereichen Ressource. So kann beispielsweise das organisch stark befrachtete Toilettenabwasser gemeinsam mit Speiseresten zur Biogasproduktion dienen. Das weniger verschmutzte Grauwasser aus Bad und Waschmaschine kann als Wärmequelle genutzt und zu Brauchwasser aufbereitet werden. Im Hinblick einer zukünftigen, praktischen Umsetzung dieser neuen Sanitär- und Ableitungssysteme (NASS) besteht jedoch nur dann die Option auf eine flächendeckende Marktdurchdringung, wenn die bestehenden Strukturen weiter genutzt, jedoch durch gelungene technische Erweiterungen aufgewertet werden. Der vorgestellte Projektansatz des vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) geförderten Projekts EVaSENS zielt auf eine Integration innovativer Ableitungstechnik und auf eine technologische Neuentwicklung für Modernisierungsmaßnahmen im Bestand. Susanne Veser gibt einen kurzen Überblick sowie einen Ausblick zu NASS Systemen im Allgemeinen, den zu erschließenden energetischen Potenzialen und dem Projektverlauf des Forschungsprojekts EVaSENS.

Susanne Veser ist Fachgebietsleiterin „Stoffstrommanagement“ bei Bjoernsen Beratende Ingenieure und seit 2012 zusätzlich als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur Siedlungswasserwirtschaft für die Bearbeitung des Forschungsprojekts EVaSENS verantwortlich. Sie ist Mitglied im Fachverband Biogas, Berufenes Mitglied in der DWA Arbeitsgruppe Neuartige Sanitärsysteme 1.1 Technik, Berufenes Mitglied in der Arbeitsgruppe VDI 3933 „Emissionsminderung – Erzeugung von Biokarbonisaten für industrielle Anwendungen“ der International Biochar Initiative, Mitglied im HTC Netzwerk sowie Partner im Europäischen Biochar Forschungsnetzwerk – COST. Susanne Veser studierte Bauingenieurwesen/Projektmanagement an der Hochschule in Biberach und arbeitet aktuell an ihrer Dissertation an der Bauhaus-Universität in Weimar zum Thema „Abwasser – vom Problemstoff zur Ressource durch getrennte Erfassung im Gebäude“.



Modernisieren mit System
Thomas Haltenhof, Schüco International KG

Nur etwa 10 % des gesamten Gebäudebestands wurde nach 1990 erbaut und entspricht energetisch und baulich dem aktuellen Standard. Das größte Energieeinsparpotenzial stellen mit ca. 40 % Bestandsbauten, die zwischen Ende der 1940er- und Anfang der 1980er-Jahre entstanden sind, ein Großteil davon sind standardisierte Büro- und Verwaltungsbauten. Thomas Haltenhof weitet in seinem Vortrag das Thema Modernisierung des Bestands auf die Sanierung von Bürobauten im laufenden Betrieb aus. Mit seinem Exkurs trägt er der Relevanz dieser vorwiegenden Bautypologie der 1950er- bis 80er-Jahre Rechnung. Diese Bauten müssen nun entsprechend der energiepolitischen Rahmenbedingungen angepasst werden. Neben einer deutlichen Senkung der Energie- und Gebäudeunterhaltskosten sind ein modernes Erscheinungsbild unter Berücksichtigung der baulichen Charakteristika und eine erhöhte Nutzerfreundlichkeit das Ziel der Sanierungen. Die Gebäude sind durch industrielle Strukturen wie Waschbeton- oder Sandwichplatten geprägt, ein Großteil der Fassaden wird durch ein klassisches Fensterband oder eine Lochfassade strukturiert. Die Herausforderung für Planer und Architekten besteht darin, die charakteristischen strukturellen und optischen Merkmale dieser Gebäude zu erhalten und durch behutsame Eingriffe gleichzeitig architektonisch und energetisch einen zeitgemäßen Standard zu erreichen. Im Rahmen von Modernisierungsmaßnahmen an Bestandsgebäuden sind vielfältige Herausforderungen wie ein enger Zeit- und Budgetrahmen, ein störungsfreier Betrieb sowie die Minimierung von Baulärm oder die Garantie der Sicherheit der Nutzer zu bewältigen. Diese müssen das Gebäude während der Baumaßnahmen im Regelfall verlassen, damit Bestandelemente demontiert und neue Systeme angebracht werden können. Dies sorgt nicht selten für Stress und Unbehagen bei den Nutzern sowie beim Besitzer für Ausfallkosten und einen großen logistischen Aufwand. Neueste Bauelementsysteme ermöglichen Sanierungsmaßnahmen mit minimalen Eingriffen. Durch den Einsatz von neuen Fassadensystemen können Dämmung, Lüftung, Gebäudeautomation und Energiegewinnung durch Photovoltaik in einem System gebündelt werden. Eine Montage von außen ermöglicht die Sanierung bei laufendem Betrieb. Die Innenräume sind während der Bauarbeiten weiterhin nutzbar.

Thomas Haltenhof ist Leiter Produkt Management International bei dem Unternehmen Schüco International KG. Er studierte Architektur und Stadtplanung in Stuttgart und arbeitete in den Jahren 2002 bis 2009 als Architekt in Sydney, wo er die Leitung internationaler Projekte innehatte. Seit 2010 ist Thomas Haltenhof bei Schüco International KG im Bereich Produkt Management Fassade, seit 2012 als Leiter des Bereichs tätig. Für seinen jetzigen Verantwortungsbereich Leitung Produkt Management International ist Thomas Haltenhof seit 2013 zuständig.



Energieeffizienter Wohnungsbau
Prof. Thomas Auer, Technische Universität München

Prof. Thomas Auer verfolgt mit den Studiengängen „Bauklimatik und Haustechnik“ sowie „ClimaDesign“ der TUM einen ganzheitlichen, vernetzten Denk- und Entwurfsansatz. Ziel ist es, Architektur und Technik nicht wie meist in der Praxis üblich, seriell und unabhängig voneinander zu planen, sondern eine aufeinander abgestimmte Einheit zu bilden, welche auf den individuellen Standort reagiert und lokale Potenziale nutzt. Für diesen ganzheitlichen Planungsansatz ist es nicht mehr ausreichend nur das Einzelgebäude ohne die Einbindung in den umgebenden Kontext zu betrachten. In seinem Vortrag zeigt Thomas Auer, wie sich diese Denkweise anhand von Sanierungsprojekten im Wohnungsbestand umsetzten lässt. Die neue EnEV stellt sehr hohe Anforderungen an den Dämmstandard der Gebäude und erfordert eine absolut dichte Hülle. Der hygienische Luftwechsel soll dabei durch mechanische Lüftungsysteme gewährleistet werden, die allerdings eine hohe Nutzerakzeptanz verlangen. Durch eine zusätzliche, individuelle Regelung der Frischluftzufuhr durch das Öffnen der Fenster wird die, durch die mechanische Lüftung versprochene, Energieeinsparung häufig nicht eingehalten. Eine neue Betrachtung durch personalisierte ganzheitliche Bilanzierung soll Themen wie das Potenzial der natürlichen Lüftung und die Regulierbarkeit von mechanischen Lüftungssystemen aufzeigen. Darüber hinaus bildet die Suffizienz, die aus den Wechselwirkungen zwischen Wohnen und Stadt entsteht, neue Szenarien.

Prof. Thomas Auer hat seit Januar 2014 die Professur des Lehrstuhls für Bauklimatik und Haustechnik der Technischen Universität München inne und ist Geschäftsführer der Firma TRANSSOLAR Energietechnik GmbH. Nach dem Studium der Verfahrenstechnik an der Universität Stuttgart wurde er 1994 Mitarbeiter der TRANSSOLAR Energietechnik GmbH, von 2000 bis 2005 war er dort als Gesellschafter und Prokurist tätig.

Über die Veranstaltungsreihe "Die Zukunft des Bauens"

DETAIL research und die Forschungsinitiative Zukunft Bau des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung führen die erfolgreiche Veranstaltungsreihe "Die Zukunft des Bauens" im Jahr 2014 gemeinsam fort. In fünf deutschen Städten finden Expertengespräche und öffentliche Symposien zu aktuellen Forschungsvorhaben statt.

Berlin, Donnerstag, den 20. Februar 2014 
Höhere Effizienz und Recyclingfähigkeit dank neuer Materialkombinationen

Stuttgart, Donnerstag, den 13. März 2014 
Energieeffizientes Bauen

Hamburg, Donnerstag, den 10. April 2014 
Innovationen im Bestand

Frankfurt, Donnerstag, den 22. Mai 2014 
Ganzheitliche Konzepte zur Erstellung von Plusenergiehäusern

München, Donnerstag, den 26. Juni 2014
Modernisierung des Wohnungsbestands

Neben der Vermittlung von Know-how ist es den Veranstaltern wichtig, den Austausch zwischen Architekten und Vertretern aus fachübergreifenden Disziplinen zu fördern. Hierzu wurde die Veranstaltung in drei Blöcke strukturiert: Den Schwerpunkt bilden Fachvorträge von Referenten aus Architektur, Forschung, Industrie und Politik, die dann im zweiten Teil in großer Runde öffentlich diskutiert werden. Besonders der dritte Teil des Symposiums – der persönliche fachliche Austausch in lockerer Atmosphäre – entspricht dem Netzwerkgedanken von DETAIL research.

Anmeldung

Die Veranstaltung ist kostenlos. Um Anmeldung wird gebeten. 
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