You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken
OliverasBoixArquitectes, Barcelona, Sanierung, Biblioteca Albert Pérez Baró

Nordisches Licht am Mittelmeer: Bibliotheksumbau in Barcelona

Der Stadtteil Montbau liegt hoch über dem Stadtzentrum von Barcelona an den Hängen des Tibidabo, des Hausbergs der katalanischen Metropole. Eine privilegierte Wohnlage, wäre da nicht die Stadtautobahn »Ronda de Dalt«, die gleichsam direkt vor der Haustür der Anwohner vorbeibraust. Die großformatigen Wohnblocks entstanden ab den späten 50er-Jahren nach einem Masterplan der Architekten Giráldez, López Íñigo und Subías.

Seinerzeit wurde auch die Stadtteilschule gebaut, bei der erkennbar skandinavische Vorbilder Pate standen: Der mehrflügelige, eingeschossige Bau mit Sheddächern (die interessanterweise nach Süden geöffnet sind) weist deutliche Parallelen zur Munkegaard-Schule in Gentofte bei Kopenhagen von Arne Jacobsen auf. In den 80er-Jahren wurden zwei der drei Gebäudeflügel zu einer, von den Anwohnern selbst gegründeten, Stadtteilbibliothek umfunktioniert.

Diese war nun, 30 Jahre später, baufällig und zu klein geworden. Auch ein Abriss wäre möglich gewesen, da die Bibliothek nicht unter Denkmalschutz stand. Doch die Architekten OliverasBoix entschlossen sich, das markante Gebäude stattdessen im Inneren zu entrümpeln, zu sanieren und zu erweitern. Der dritte, zuvor anderweitig genutzte Flügel gehört nun auch zur Bibliothek; außerdem fügten die Architekten einen weiteren Baukörper mit Sheddach zwischen die bestehenden Flügel ein. Er greift deren Form und Volumen auf, hat jedoch verglaste statt vermauerten Seitenwänden und wird von einer leichten Stahlkonstruktion statt einem Betonskelett getragen.

Auch die Erschließung wurde komplett neu geordnet: Der Haupteingang führt nun von der Straßenecke im Süden herein und mündet in eine zentrale Erschließungsachse, die die ganze Bibliothek der Länge nach durchläuft. Im Inneren des Hauses ließen OliverasBoix die Trennwände entfernen (und wo nötig, durch neue, verglaste ersetzen), sodass die Räume jetzt erstmals in ihrer ganzen Großzügigkeit erfahrbar werden.

Um die Bibliothek energetisch auf ein zeitgemäßes Niveau zu bringen, ließen die Architekten die Dächer neu dämmen und eindecken. Die Ziegelmauern erhielten ebenso eine Innendämmung wie das markante Betonskelett. Überdies wurde die komplette Haustechnik erneuert. Sie ist nun platzsparend – und von der Straße aus praktisch unsichtbar – auf einem Aufbau auf dem neuen Sheddach untergebracht.

Kurze Werbepause

Weitere Informationen:

Leitsystem: Cómo Design

Fotos: José Hevia

Aktuelles Heft

DETAIL 7+8/2017
Serielles Bauen, DETAIL 7+8/2017

Serielles Bauen

Zum Heft

Shop-Empfehlung

Anzeige