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Foto: Pedro Pegenaute

Plakatives Budgetwunder: Städtisches Auditorium von MX_SI

Der Bauplatz im nordspanischen Córdoba ist geprägt von seiner Lage unmittelbar am Flussufer. Genau dieses Merkmal beziehen die Architekten von MX_SI in ihren Entwurf mit ein und überzeugten damit schon 2006 die Wettbewerbsjury. In der ersten von zwei Projektphasen werden die Gebäudehülle und das vielfältige Auditorium samt Nebenräumen realisiert. Im nächsten Bauschritt erfolgt mit Konferenz- und Presseraum, Galerie und Amphitheater die Fertigstellung.

Das Projekt setzt sich im Wesentlichen aus einem massiven Grundkörper und einer auffälligen Dachkonstruktion zusammen. Diese legt sich wie ein eigener, losgelöster Layer über das Auditorium. Sie schließt das Gebäude nicht einfach nur ab, sondern kragt zu dem nördlich vorbeiführenden Fluss hin mächtig aus und geht eine Verbindung mit der umgebenden Natur ein. Exakt dieser Bereich und dessen Inszenierung stellen das zentrale Entwurfselement dar. Die Architekten schaffen über verschieden öffentlich oder private Zonen eine räumliche Sequenz, die einem nahezu graduellen Verlauf zu folgen scheint. Von einem einladenden Vorplatz gelangt man über eine Rampe zu einer halböffentlichen Terrasse mit anschließendem Innenhof und von dort schließlich weiter zu den geschlossenen Räumlichkeiten. Das Herzstück aber bildet das Auditorium. Durch eine öffenbare Wand zum überdachten Vorplatz hin, kann es je nach Bedarf auch für Freiluftevents genutzt werden.

Die Dachkonstruktion wird gleichzeitig zum gestalterischen Faktor. Im Bereich der Auskragung liegt das orange-rötliche Fachwerk von unten offen sichtbar. Es bildet die Tragstruktur für die anpassbaren Aluminiumpaneele, die die leichte Bauweise komplettieren.

Die Fassade ist ebenfalls in ein schimmerndes Kleid von Aluminiumpaneelen gehüllt. Ihre leicht reflektierende Oberfläche scheint den Ansichten, gemeinsam mit einer vertikalen Struktur, die sich wie ein kiemenartiges Relief über den Bau legt, Lebendigkeit zu verleihen. Je nach Tageszeit und Lichteinfall zaubern sie unterschiedliche Schatten- und Farbspiele auf das Gebäude.

Im Zuge des Planungsprozesses wurde die Konstruktion komplett neu dimensioniert und auf das Wesentliche beschränkt. Somit gelingt es, gemeinsam mit der schnellen Montage der vorgefertigten Fassadenelemente und damit verkürzten Bauzeit, eine Reduktion der Kosten um mehr als die Hälfte des ursprünglich veranschlagten Budgets zu erzielen.

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Weitere Informationen:

Projektleiter: Mara Partida, Boris Bezan, Héctor Mendoza
Fläche gesamt: 6.700 m2
Fläche 1. Bauphase: 4.500 m2
Budget gesamt: 12.000.000 €
Kosten 1. Bauphase: 4.125.000 €
Fotos: www.pedropegenaute.es

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