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Kazunori Fujimoto Architects & Associates, Wohnhaus in Akitsu, Japan, Foto Kazunori Fujimoto

Räumliche Verschachtelung: Haus in Akitsu

Der Architekt selbst beschreibt das Konzept des Gebäudes als ausgewogene Interaktion zwischen Wand und Öffnung. So entstehen Ausblicke in die Landschaft und gleichzeitig fensterlose Wandflächen, die dem persönlichen Rückzug dienen. Kurze Treppen zwischen den versetzten Geschossen und den miteinander agierenden Zimmern, verbinden die ineinander gesteckten Kuben und somit Wohn- und Schlafbereiche miteinander. Es entsteht ein kontinuierlicher Sichtbezug zwischen den Bereichen und das Gefühl an jedem Ort des Hauses aus nahezu jedem Fenster hinaus schauen zu können. Trotz der starren, äußeren Geometrie des Gebäudes entsteht das Gefühl eines fließenden Raumes.

Abhängig von seiner Nutzung soll das »abgesenkte« Schlafgeschoss mit seiner niedrigeren Deckenhöhe mehr Intimsphäre und Gemütlichkeit, das Obergeschoss hingegen mehr Offenheit und Aussicht bieten. Kleine Treppen kreieren immer wieder Schwellen zwischen den Räumen und »ersetzen« die nicht vorhandenen Türen. Während eine Außentreppe auf eine Dachterrasse führt, werden die Geschosse innenliegend durch einläufige Betontreppen und eine schmale Wendeltreppe verbunden. Eine verstärkte Bodenplatte ermöglicht den Verzicht weiterer Stützen und unterstützt die Anmutung des durchgehenden, fließenden Raumes. Die polierte Oberfläche des Betonbodens sorgt für zusätzliche Lichteffekte durch das, mittels großzügiger Fensteröffnungen und Durchgängigkeit der Räume, einfallende Licht.

Die Wendeltreppe bildet durch ihre weiche Form einen bewusst gesetzten Kontrast und gleichzeitig einen Blickfang in dem klaren, geometrischen Baukörper. Dabei erscheint sie auf den ersten Blick eher skulptural als funktional und überrascht durch eine erstaunliche, nahezu unrealistische Schlankheit des Betons. Auch Austritt und Durchgang zwischen Brüstung und Wand im Obergeschoss erscheinen äußerst schmal, symbolisieren konzeptuell aber die Privatheit der Verbindung von Wohn- zu elterlichem Schlafzimmer. Unbestreitbar schafft sie eine Beziehung zwischen den Räumen und nimmt die, den Entwurf durchziehende Thematik des Lichtspiels und der visuellen und konzeptuellen Verbindung der Räume auf. Dem Architekten gelingt ein Spiel mit verschiedenen Räumen im Raum. Ein- und Durchsicht, die Inszenierung von Licht, sowie die Thematik der Schwelle durchziehen das Konzept dabei stetig.

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weitere Informationen:

Grundstücksfläche:
316,95 m²
Nutzfläche: 81,81 m²
Bruttogesamtfläche: 92,69 m²

Fotos:
Kazunori Fujimoto

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