Zukunftsweisende Stadtplanung

Barcelona: Unesco-Welthauptstadt der Architektur 2026

 - Valentina Grossmann

Nach Rio de Janeiro und Kopenhagen wird Barcelona im Jahr 2026 Unesco-Welthauptstadt der Architektur. Vom 28. Juni bis 2. Juli wird der UIA Weltkongress der Architekten unter dem Motto „Becoming. Architectures for a planet in transition." stattfinden.

Barcelona: Unesco-Welthauptstadt der Architektur 2026
© Barcelona. Urbane Architektur und Gemeinschaft seit 2010, 330 Seiten, 30 Projekte, zahlreiche Zeichnungen und Fotos, Herausgeberinnen: Heide Wessely, Sandra Hofmeister, Edition Detail, München, 2023

Nach Rio de Janeiro im Jahr 2020 und Kopenhagen ist Barcelona nun zur Unesco-Welthauptstadt der Architektur für das Jahr 2026 gekürt worden. Die katalanische Hauptstadt erhält durch diese Auszeichnung die Möglichkeit der breiten Öffentlichkeit ihren Beitrag einer nachhaltigen Entwicklung der Architektur und Stadtplanung zu präsentieren.

Ein kostengünstiger Genossenschaftsbau in Barcelona ist La Borda von Lacol.
Ein kostengünstiger Genossenschaftsbau in Barcelona ist La Borda von Lacol. © Institut Municipal de l'Habitatge i Rehabilitació de Barcelona

Nachhaltige Stadtentwicklung

Die Stadt zeige, wie Architektur und Kultur auf die heutigen Herausforderungen im Interesse des globalen Gemeinwohls und künftiger Generationen reagieren können, so Audrey Azoulay, Generaldirektorin der Unesco. Schon heute ist Barcelona anderen Städten mit mutigen Konzepten voraus, wenn es darum geht, durch urbane Entwicklungen und Architektur Antworten auf die Themen der Zeit zu finden. Dies zeigt sich insbesondere im Umgang mit der Klimakrise sowie in der Umsetzung von bezahlbaren und gemeinschaftlichen Wohnräumen.

Klimagerecht leben

Die Stadt hat mit außergewöhnlich hohen Temperaturen und extremen Hitzeperioden zu kämpfen. Nicht nur die Stadtverwaltung, sondern auch Architekturbüros gehen dieses Problem aktiv an durch unkonventionelle Pilotprojekte. Mit der Idee der Superblocks sorgt die Stadtverwaltung bereits seit 2016 für verkehrsberuhigte Zonen und eine erhöhte Lebensqualität innerhalb der dicht bebauten Viertel.

Genossenschaftsbau La Balma in Barcelona von Lacol + Laboqueria
Genossenschaftsbau La Balma in Barcelona von Lacol + Laboqueria © Milena Villalba

Gemeinschaft fördern

Die Lebensqualität innerhalb der quirligen Metropole wird auch durch die vielen nachhaltigen Gemeinschaftsbauten junger Architekturbüros gefördert. Die Architekturkooperative Lacol findet immer wieder neue individuelle Lösungen, Gemeinschaftsräume aus kostengünstigen Konstruktionen und lokalen, nachhaltigen Baumaterialien zu schaffen. Bei ihren Projekten wie La Borda oder La Balma steht die gemeinschaftliche Lebensweise und eine möglichst CO2-neutrale Energieversorgung im Vordergrund. Mit dem Gemeinschaftszentrum Casal Trinitat Vella präsentieren Haz Arquitectura einen Neubau fast gänzlich aus Holz. Auch dieser überzeugt durch ein intelligentes Energiekonzept und soziale Einrichtungen für die Bewohner und Bewohnerinnen des Barrios.

Bewohner treffen sich in einem Gemeinschaftsbereich von La Balma, Architektur: Lacol + Laboqueria
Bewohner treffen sich in einem Gemeinschaftsbereich von La Balma, Architektur: Lacol + Laboqueria © Milena Villalba

UIA Weltkongress der Architekten

In Zusammenarbeit mit dem Consejo Superior de los Colegios de Arquitectos de España (CSCAE) und dem Colegio Oficial de Arquitectos de Cataluña (COAC) wird die Stadtverwaltung von Barcelona im Jahr 2026 ein umfassendes Programm mit Veranstaltungen, Ausstellungen und Aktivitäten organisieren, die die städtische Identität und nachhaltige Stadtentwicklung der Metropole verdeutlicht. Vom 28. Juni bis 2. Juli wird der 29. UIA Weltkongress der Architekten unter dem Motto „Becoming. Architectures for a planet in transition.” stattfinden. Das internationale Ereignis bringt renommierte Architekten, Forscherinnen und einflussreiche Persönlichkeiten zusammen, um den Austausch und die Produktion von Wissen zu fördern. Im Fokus stehen spekulative, qualitative Untersuchungen, die materielle, politische, ökologische und poetische Wechselwirkungen erforschen.

Barcelona. Urbane Architektur und Gemeinschaft seit 2010, 330 Seiten, 30 Projekte, zahlreiche Zeichnungen und Fotos, Herausgeberinnen: Heide Wessely, Sandra Hofmeister, Edition Detail, München, 2023
Barcelona. Urbane Architektur und Gemeinschaft seit 2010, 330 Seiten, 30 Projekte, zahlreiche Zeichnungen und Fotos, Herausgeberinnen: Heide Wessely, Sandra Hofmeister, Edition Detail, München, 2023

Das bei Edition Detail erschienene Buch „Barcelona. Urbane Architektur und Gemeinschaft seit 2010“ stellt auf über 300 Seiten 30 aktuelle Architektur- und Stadtplanungsprojekte vor. Neben Schulen und Gemeindezentren sind auch Museen und Wohnungsbauten vertreten. Zahlreiche Fotos und Übersichtspläne ergänzen die Dokumentationen. Interviews mit Anna Ramos, Direktorin der Fundació Mies van der Rohe sowie dem Architekturkollektiv Lacol geben Einblicke in die kulturelle Bedeutung der zeitgenössischen Architektur in Barcelona – und in Europa. Essays berichten über die aktuelle und historische Stadtentwicklung. Das Barcelona-Buch ist im Buchhandel oder direkt im Detail-Shop erhältlich.


Barcelona. Urbane Architektur und Gemeinschaft seit 2010
330 Seiten, 30 Projekte, zahlreiche Zeichnungen und Fotos,
Herausgeberinnen: Heide Wessely, Sandra Hofmeister
Edition Detail, München
Sprachen: Deutsch, Englisch
Erscheinungsdatum: Juni 2023


Veranstaltung: UIA Weltkongress der Architekten
Veranstaltungszeitraum: 28. Juni bis 2. Juli 2026
Veranstaltungsort: Barcelona (ES)
Weitere Informationen: uia2026bcn.org


  • Beim letzten Detail Award 2025 gewannen Esch Sintzel Architekten einen der drei Hauptpreise mit ihrer Umnutzung eines Weinlagers in Basel zu Wohnungen. In diesem Jahr lobt Detail den Preis mit einer eigenen Kategorie für bezahlbares Wohnen aus.

    Große Architektur mit kleinem Budget 

    Der Detail Architecture Award erlebt 2027 eine neue Auflage - erstmals mit einem Sonderpreis für bezahlbares Wohnen. Die Einreichungsphase läuft bis Ende Oktober.

  • Der siebengeschossige Neubau an der Hohlstrasse in Zürich soll ein Ladengeschoss, Flächen für öffentliche Dienstleistungen und fünf Obergeschosse mit Gewerbeflächen enthalten.

    Eisenbahnschienen als Tragwerk - wie funktioniert das? 

    Rund 180 km Gleise werden im Schweizer Bahnnetz jedes Jahr erneuert. Bisher wurde das Altmetall eingeschmolzen. Jetzt soll im Westen von Zürich das erste Gebäude mit Stahltragwerk aus gebrauchten Schienen entstehen.

  • Line Ramstad ist die neue Chefkuratorin der Oslo Biennale.

    „One Size does not fit all" 

    Fassaden aus Abfallwolle, recycelter Stahl von ausrangierten Schiffen oder Wohnraum statt Kapitalanlage: Line Ramstad, Chefkuratorin der Osloer Triennale, zeigt was passiert, wenn die Natur Vorrang hat.

  • Schatten, der mitwächst 

    Auf Spielflächen in Marzahn-Hellersdorf spendet die Pergola Persol von Urbidermis sofort Schatten. Kletterpflanzen erobern nach und nach die Seile und bilden ein zweites, grünes Dach.

  • „Haus Blick“ fügt sich in den Hang oberhalb von Hinterbrühl ein. Die EasyFalz by Kalzip® Rautenschindeln in Patina Bronze B40 ziehen sich über Dach- und Wandflächen; großzügige Verglasungen öffnen das Haus zum Garten. Advertorial

    AdvertorialIm Rhythmus des Hangs

    In Hinterbrühl entwickelten Caramel architektInnen einen dreigeschossigen Baukörper für den 45 Grad steilen Hang. EasyFalz by Kalzip Rautenschindeln in Patina Bronze B40 verkleiden sämtliche Flächen.

  • Kulturcampus Paul-Van-Ostaijen in Leuven

    In Leuven haben Lava architecten aus einem alten Missionshaus einen Ort geschaffen, an dem Zirkus, Musik, Theater und Tanz unter einem Dach koexistieren. Starker Schallschutz ist hier Voraussetzung für soziales Miteinander.