Wohnhaus im Kanton Aargau

Die Materialität des Wohnhauses folgt konsequent dem Leitgedanken, einen nachvollziehbar schweren Baukörper im grünen Hanggelände zu verankern. Die Stahlbetonkonstruktion ist mit einer hinterlüfteten Bekleidung aus großformatigen Betonfertigteilelementen versehen, die bis über den Dachrand gezogen sind und in ihrer Farbigkeit und Oberflächentextur den massiven Ausdruck des Hauses unterstreichen. Dem mit schwarzen Pigmenten eingefärbten Beton wurde als Zuschlag Hochofenschlacke und gebrochener Nero-Ebano-Stein beigemischt. Wie Felsstrukturen wirken die unregelmäßigen Oberflächen des Betons, die durch eine in die Gussform eingelegte Latexmatrize erzeugt wurden. Nach der Fertigung wurden die Elemente einem speziellen Absäuerungsverfahren unterzogen. So entstand eine Oberfläche, die im Spiel des Lichts rau oder samtig weich erscheint. Im Kontrast dazu stehen die großen, in den Baukörper eingeschnittenen Glasflächen, die ebenfalls über die Dachkante geführt sind und sich dort als Oberlichter fortsetzen. Alle anderen sichtbaren Teile der Fassade, wie die schmalen Lüftungsgitter an den Fensterrändern, sind farblich so behandelt, dass sie in den Hintergrund treten zugunsten des Dreiklangs aus dunklem Beton, scharf eingeschnittenen Glasflächen und dem Grün des umgebenden, parkartigen Geländes.

Wohnhaus im Kanton Aargau
© Heinrich Helfenstein