Wohnhaus im Kanton Aargau

Die Materialität des Wohnhauses folgt konsequent dem Leitgedanken, einen nachvollziehbar schweren Baukörper im grünen Hanggelände zu verankern. Die Stahlbetonkonstruktion ist mit einer hinterlüfteten Bekleidung aus großformatigen Betonfertigteilelementen versehen, die bis über den Dachrand gezogen sind und in ihrer Farbigkeit und Oberflächentextur den massiven Ausdruck des Hauses unterstreichen. Dem mit schwarzen Pigmenten eingefärbten Beton wurde als Zuschlag Hochofenschlacke und gebrochener Nero-Ebano-Stein beigemischt. Wie Felsstrukturen wirken die unregelmäßigen Oberflächen des Betons, die durch eine in die Gussform eingelegte Latexmatrize erzeugt wurden. Nach der Fertigung wurden die Elemente einem speziellen Absäuerungsverfahren unterzogen. So entstand eine Oberfläche, die im Spiel des Lichts rau oder samtig weich erscheint. Im Kontrast dazu stehen die großen, in den Baukörper eingeschnittenen Glasflächen, die ebenfalls über die Dachkante geführt sind und sich dort als Oberlichter fortsetzen. Alle anderen sichtbaren Teile der Fassade, wie die schmalen Lüftungsgitter an den Fensterrändern, sind farblich so behandelt, dass sie in den Hintergrund treten zugunsten des Dreiklangs aus dunklem Beton, scharf eingeschnittenen Glasflächen und dem Grün des umgebenden, parkartigen Geländes.

Wohnhaus im Kanton Aargau
© Heinrich Helfenstein

Der Baukörper ist so in das abfallende Grundstück eingefügt, dass das Wohnhaus von allen Umgebungsqualitäten profitiert. Auf einem Hügelrücken am Rande eines Einfamilienhausgebiets gelegen, grenzt das Grundstück im Nordosten an den Stadtwald und im Nordwesten an unbebaute Landwirtschaftsflächen. Nach Westen blickt man über die nahe Altstadt in eine Talebene. Aus diesen Vorgaben entwickelten die Architekten einen U-förmigen Baukörper, dessen Volumen dem Verlauf des Geländes folgt. Die Einbettung in das Gelände wird durch die Bepflanzung in der Art eines Landschaftsgartens und die präzise gesetzten Außenmauern unterstützt.

Die Innenräume sind differenziert nach Himmelsrichtungen und Ausblicken angeordnet und bis auf wenige Sonderelemente formal auf das Äußerste reduziert. Die glatten Oberflächen von Putz und Estrich sind in warmen Elfenbeintönen eingefärbt, was in den Wohnräumen eine freundliche Atmosphäre erzeugt. Der spannungsvollen Einpassung des Wohnhauses in das Gelände stehen die ruhige architektonische Gestaltung und die Klarheit der Fassadengliederung gegenüber, die dem Gebäude bei aller Schwere eine zeitgemäße Ausstrahlung und Eleganz verleihen. In den Fensterlaibungen treffen das raue Äußere und das warme Innere aufeinander.

Architektur
Schneider & Schneider
Standort
Aargau (CH)

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