Das Team entwarf gemeinsam mit den Dorfbewohnern sechs kleine Pavillons mit Schlafplätzen für jeweils vier Kinder. Doch sind die kleinen Häuser mehr als nur ein Nachtlager, sie bieten Spiel- und Rückzugsräume, zugleich auch die Möglichkeit, in einer Gemeinschaft aufzuwachsen. Form und Materialien der Hütten sind auf das Klima, lokal vorhandene Baumaterialien und handwerkliche Fähigkeiten der Karen zugeschnitten. So wird eine Holzrahmenkonstruktion mit Bambusflechtwerk verkleidet. »Schmetterlingshaus« werden die Pavillons aufgrund ihrer prägnanten Dachform genannt, welche die natürliche Luftzirkulation unterstützt und das Regenwasser sammelt. Sechs Monate waren die Studenten vor Ort, um mit den Dorfbewohnern im gemeinsamen Lernprozess den ersten Pavillon quasi als Musterhaus zu errichten. Die Konstruktion besteht aus mit Bolzen verschraubten, vorgefertigten Trägern und Stützen aus einer besonders harten, »Eisenholz« genannten tropischen Holzart. Um Probleme mit Bodenfeuchtigkeit zu vermeiden, ist das Haus aufgeständert, ausbetonierte Autoreifen bilden die Fundamente. Die in der Umgebung geschnittenen Bambusrohre finden vielfältige Verwendung; die dünneren werden gespalten und dienen, nach Karen-Tradition geflochten, als Wandausfachung, welche die Luft zirkulieren lässt und durch ihre Licht- und Schatteneffekte überrascht. Stärkere Bambusstängel bilden Türverkleidung, Wand-elemente mit »Durchsicht« und Bodenkons-truktion der Schlafgalerien. Deren versetzte Anordnung ermöglicht, dass trotz der kleinen Grundfläche von ca. 2,5 × 2,5 Metern ausreichend Raum zum Spielen bleibt. Tyin tegnestue plante die gesamte Anlage mit weiteren Freiräumen für die Kinder: eine geschützte Veranda, einen Grillplatz mit Sitzbänken und eine Schaukel aus Bambusrohren. In einem weiteren Dorf im Grenzgebiet realisierte die Gruppe zudem eine Bibliothek und ein Waschhaus. Auch künftig soll die »Hilfe zur Selbsthilfe« in benachteiligten Regionen im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen.






