Gesamtschule in Splügen

Splügen im Schweizer Kanton Graubünden liegt auf knapp 1500 Metern Höhe an der San Bernadino-Route. Der Ort beherbergt seit Ende der 1960er-Jahre die Gesamtschule der Gemeinden des Rheinwalds. Das Gebäude ist jedoch nicht nur Bildungsstätte, sondern auch Vereins- und Veranstaltungszentrum für Kultur, Sport und Politik und somit eine zentrale Einrichtung für das gesamte Tal. Nach Jahrzehnten ohne Veränderungen bestand dringender Handlungsbedarf; weder der bautechnische Zustand noch die räumlichen Gegebenheiten ermöglichten eine zeitgemäße Mehrzwecknutzung. Der ausgelobte Wettbewerb beinhaltete daher nicht nur die Sanierung der kompletten Außenhaut samt Fenstern und Sonnenschutz, sondern erforderte neben allgemeinen Renovierungsarbeiten auch eine strukturierende Ordnung und Erweiterung der einzelnen Nutzungsbereiche, ohne das Gesamtvolumen zu verändern. Farbfelder in unterschiedlichen Grautönen prägen nun die gedämmte Gebäudehülle. Das Spiel der Farbflächen ermöglicht die Integration unterschiedlicher Fensterformate. Stahlstützen in den Drittelpunkten der Öffnungen prägen auch die neue Fensterteilung. In ruhigem Rhythmus wechseln Festverglasung und Lüftungsflügel aus Holzpaneelen. Diese sitzen jetzt energetisch richtig außen vor den Stahlprofilen. Die Blecheinfassung an Ortgang und Traufe betont den bündigen Übergang von Wand zu Dach. Der kubische Charakter setzt sich von den traditionellen Gebäuden ab. Im Innern konnten die einzelnen Nutzungsbereiche erweitert und technisch auf den neuesten Stand gebracht werden. Insbesondere der Schulbetrieb, Hauptnutzer aller Bereiche, profitiert mit neuen Unterrichts- und Sanitärräumen von den Maßnahmen. Größter Eingriff ist ein neuer Geräteraum für die Turnhalle, der sich in die Eingangshalle schiebt. Mit einer Galerie als oberer Abschluss ist er geschickt in die Eingangshalle integriert. Kräftige Farben weisen den Weg und definieren die Funktionen Schule, Sport und Kultur.

Gesamtschule in Splügen
© Franz Rindlisbacher