In Museen werden Kunstwerke zur Schau gestellt, in Depots werden sie gelagert. Was aber ist ein »Schaulager«? Die Antwort ist denkbar einfach. Ein Ort für das Ausstellen und Lagern von Kunst im selben Gebäude. Dieser neue hybride Typus bringt wesentliche Vorteile gegenüber der strikten Trennung zwischen immer weiteren Museumsbauten – bei denen unter hohem Flächen- und Energieverbrauch nur wenige Werke ausgestellt werden können – und der Lagerung wertvoller Kunstwerke in Kisten, die oftmals weder fachgerecht konserviert, geschweige denn zur Restauration oder Forschung leicht zugänglich sind. Auf den drei Obergeschossen des Schaulagers sind bis zu 650 Werke der Emanuel Hoffmann-Stiftung unter idealen Raumbedingungen kompakt für Wissenschaftler zugänglich untergebracht, die abwechselnd im Museum für Gegenwartskunst und im Basler Kunstmuseum gezeigt werden. Im Eingangs- und Tiefgeschoss des Schaulagers findet nur einmal im Jahr eine größere Ausstellung für die Öffentlichkeit statt. Die Eröffnung des Ende Mai fertig gestellten Gebäudes ist Dieter Roth gewidmet, dessen Collagen, Gemälde und Alltagsobjekte die 28 Meter hohe Eingangshalle zum Atelier des Künstlers werden lassen – Werkstattatmosphäre statt musealer Distanziertheit. Auch der Standort in der ehemaligen Freihandelszone Dreispitz/Münchenstein an der südlichen Peripherie Basels inmitten von Bahnanlagen und Gewerbehallen macht den unprätentiösen Anspruch dieser neuartigen Institution deutlich. Hier sollen in naher Zukunft weitere Kultureinrichtungen angesiedelt werden.
