Als Initialprojekt des neu entstehenden Stadtquartiers »Europacity« nördlich des Berliner Hautbahnhofs setzt das weithin sichtbare 18-geschossige Hochhaus des Mineralölkonzerns Total mit seiner plastisch ausgebildeten Fassade einen neuen Maßstab für die kommende Entwicklung. Die Kubatur des »Tour Total« entspricht der Forderung nach gut belichteten und natürlich zu belüftenden Bürogrundrissen, seine Ausrichtung folgt den Vorgaben des Masterplans für das Areal. Um einen subtileren Dialog mit dem Stadtraum zu erreichen, verleihen die Architekten dem Baukörper zusätzlich eine gewisse Plastizität und Dynamik. Der leichte Knick der Längsfassaden nimmt diesen die Länge und führt zu einem spannungsvollen Dialog mit dem Stadtraum. Mit einer zusätzlichen Drehung reagiert der Gebäudesockel auf die Straßenverläufe. Seine Kolonnaden verzahnen das Gebäude darüber hinaus im Umfeld. Identitätsstiftend sind vor allem die plastisch ausgeformten hellen Beton-Fertigteilelemente der Rasterfassade, deren Erscheinung sich in der Bewegung unter wechselnden Perspektiven verändert. Sie betonen die Vertikalität und geben dem Hochhaus im Spiel von Licht und Schatten eine flirrende, lebendige Wirkung. Ein vielfältiges, das strenge Raster spielerisch überlagerndes Fassadenbild wird hierbei nicht durch unterschiedlich große Module oder wechselnde Raster erzeugt, sondern gelingt allein durch leichte Variation und unterschiedliche Drehung oder Spiegelung eines asymmetrisch ausgeformten Grundmoduls. Durch Aufteilung in T-förmige, mit 7,35 Metern Höhe jeweils über zwei Geschosse reichende Fertigteile konnten zugleich die vertikalen Lisenen und die horizontalen Brüstungsbänder ausgebildet werden.
