Mit einem Konzertsaal für 1200 Besucher sowie vier weiteren Sälen vereint der freistehende Neubau alle Einrichtungen der darstellenden Künste in der südnorwegischen Kleinstadt unter einem Dach. Die nebeneinander aufgereihten großen Säle liegen an einem langgestreckten, zum Meer orientierten und von einer wellenförmigen Fläche aus Eichenbrettern überdeckten Foyer. Die 3500 Quadratmeter große, nach vorn geneigte Fassade aus vorgefertigten Holzelementen öffnet sich mit großer Geste zum Hafenbecken. Dabei dient sie nicht nur als weithin sichtbares neues Wahrzeichen Kristiansands, sondern zugleich als schützendes Vordach für den Pausenbereich am Pier. Die Unterkonstruktion dieser »Wellenwand« aus Holz besteht aus einer an den Ortbetonkuben der rechtwinkligen Konzertsäle befestigten, weit auskragenden Stahlkonstruktion. Die Planung und Realisierung der daran abgehängten Holzfassade geht auf ein norwegisches Holzbauunternehmen zurück, das gemeinsam mit drei Schweizer Spezialisten für dreidimensionales Bauen mit Holz ein modulares System aus 126 unterschiedlichen Fertigteilelementen entwickelte. Zunächst überführten die Planer den Architektenentwurf der Holzfassade in eine mathematisch exakt festgelegte Regelfläche zwischen gerader Oberkante und wellenförmiger Unterkante, um den geraden Verlauf aller Schalbretter und Fugen zu gewährleisten. Mithilfe eines eigens erstellten parametrischen CAD-Modells definierten sie anschließend die rund 14.000 Einzelteile sowie sämtliche Verbindungen. Jedes der Elemente besteht aus zwei geraden und zahlreichen geschwungenen Holzträgern aus Brettschichtholz, an denen bis zu 180 nicht gekrümmte, aber konisch zulaufende Holzbretter befestigt sind. Die Bauteile wurden an verschiedenen Standorten in Norwegen und der Schweiz gefertigt, mithilfe »selbstausrichtender« Verbindungsdetails zu großen Elementen gefügt und schließlich per Schiff nach Kristiansand geliefert und montiert.
