Objekt+Produkt: Headquarter Kraft Foods Europe in Zürich

Zwischen dem Züricher Flughafen und der nördlichen Stadtgrenze liegt eines der größten Entwicklungsgebiete der Schweiz. Neben Wohnraum für rund 6500 Menschen entstehen hier vor allem auch Bürogebäude, die bis zum vorraussichtlichen Abschluss des städtebaulichen Projekts 2014 gut 7.500 Arbeitsplätze beherbergen sollen. Zu einem der bedeutenden Arbeitgeber vor Ort zählt die Europazentrale des Nahrungsmittelkonzerns Kraft Foods. Bereits 2007 hatte das Unternehmen den so genannten »Lightcube« im neuen Stadtquartier bezogen, doch Umstrukturierungen und steigende Mitarbeiterzahlen machen bereits 2011 eine Neukonzeption der Büroräume notwendig. Um die Effektivität und das Wohlbefinden seiner Mitarbeiter zu fördern, erfolgten die Umbaumaßnahmen von Brückner Innenarchitekten aus München dabei nach neuesten wissenschaftlichen und arbeitspychologischen Erkenntnissen.

Objekt+Produkt: Headquarter Kraft Foods Europe in Zürich
An zentralen Punkten im Gebäude liegen die Team-Bereiche, die mit Steharbeitsplätzen ausgestattet sind. Gespräche sollten möglichst hierher verlegt werden, um an den individuellen Arbeitsplätzen ein ruhiges und konzentriertes Arbeiten zu ermöglichen. © Lubica Fahr

Eine Nutzfläche von über 10.000 m2 sollten Brückner Innenarchitekten innerhalb der bestehenden Immobilie zu einer modernen Bürolandschaft ausbauen. Neben einer Bedarfsanalyse beim Auftraggeber wurden aktuelle Studien des Fraunhofer Instituts für die Konzeptfindung und Umsetzung herangezogen. Und auch die Corporate Identity der zum Konzern gehörenden Marken wie Milka, Toblerone, Jacobs Kaffee oder Philadelphia sollte in die Gestaltung miteinbezogen werden. 

Erwartungsgemäß handelt es sich bei den Mitarbeitern von Kraft Food zum Großteil um so genannte »Wissensarbeiter«. Sie arbeiten in unterschiedlichen Arbeitskontexten, sowohl individuell als auch in wechselnden kooperativen Teamprozessen, die ein hohes Maß der Abstimmung erfordern. Im Gegensatz zu gewohnten Abläufen wird ihr Arbeitsalltag stark von der Selbstorganisation der Arbeitsstrukturen und -zeiten bestimmt. Kommunikation heißt das zentrale Thema. Für die neue Raumaufteilung setzten die Innenarchitekten daher auf ihr so genanntes »Smart Working«-Konzept. Durch eine Umorganisation der Arbeitsplätze können bislang ungenutzte Kosten- und Produktivitätspotenziale erschlossen, die Kommunikation verbessert und das Wohlbefinden der Mitarbeiter gesteigert werden. 

Flexibilität und ein differenziertes Angebot an Arbeitsplätzen ersetzen bei Kraft Foods jetzt die herkömmliche Organisation und Einteilung der Büros. Das Spektrum umfasst zum einen individuelle Arbeitsplätze für ein ruhiges Arbeiten in privater Atmosphäre, die zumeist als Doppelarbeitsplatz oder Vierer-Bench-Lösung organisiert sind und entlang der Fassade angeordnet wurden. Zum anderen gibt es diverse Team-Bereiche mit Steharbeitsplätzen an zentralen Punkten, die den Austausch und die interne Kommunikation zwischen den verschiedenen Projektbeteiligten fördern. Für kleinere Meetings oder ein zurückgezogenes konzentriertes Arbeiten gibt es zusätzlich so genannte »Privacy-Ecken« und »Silent-Rooms« mit einer loungeartigen Atmosphäre. Lebhafter geht es hingegen an den »Coffee-Points« zu. Auch hier lässt sich ein spontanes kurzes Meeting abhalten oder ein persönliches Gespräch in entspannter Atmosphäre führen. Dieses Angebot fördert nicht nur das Betriebsklima, sondern sorgt auch für ein ruhigeres, konzentrierteres und effizienteres Arbeiten am persönlichen Arbeitsplatz, da alle Besprechungen nun in die Gemeinschafts- und Kommunikationszonen verlegt werden können. 

Neben der flexiblen Organisation der Arbeitsplätze spielen jedoch auch visuelle und haptische Faktoren für das Wohlbefinden der Mitarbeiter eine Rolle. Helle freundliche Basisfarben und farbliche Akzente, die einen deutlichen Bezug zum Produktportfolio des Auftraggebers herstellen, sowie die unterschiedlichen Materialien sorgen für ein anregendes und Identität stiftendes Umfeld. Die im Coworking-Space so wichtige akustische Atmosphäre konnte mithilfe von Teppichen, Raumteilern, Pflanzboxen und Akustikpaneelen positiv beeinflusst werden. Besonderes Augenmerk wurde hier auf die akustische Ausführung der Silent-Rooms gelegt. Bei der Beleuchtung setzten die Planer vor allem auf genügend Tageslicht sowie energieeffiziente LED-Beleuchtung. In den nach innen orientierten Team-Bereichen sorgen zudem künstliche, z.T. auch farbige Lichtquellen für unterschiedliche Stimmungen. An den persönlichen Arbeitsplätzen haben die Mitarbeiter zudem die Möglichkeit, separate Arbeitsplatzleuchten zu installieren.

Architektur
Leuner & Partner Architekten
Standort
Stelzenstrasse 2, 8152 Zürich (CH)

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