Eine Nutzfläche von über 10.000 m2 sollten Brückner Innenarchitekten innerhalb der bestehenden Immobilie zu einer modernen Bürolandschaft ausbauen. Neben einer Bedarfsanalyse beim Auftraggeber wurden aktuelle Studien des Fraunhofer Instituts für die Konzeptfindung und Umsetzung herangezogen. Und auch die Corporate Identity der zum Konzern gehörenden Marken wie Milka, Toblerone, Jacobs Kaffee oder Philadelphia sollte in die Gestaltung miteinbezogen werden.
Erwartungsgemäß handelt es sich bei den Mitarbeitern von Kraft Food zum Großteil um so genannte »Wissensarbeiter«. Sie arbeiten in unterschiedlichen Arbeitskontexten, sowohl individuell als auch in wechselnden kooperativen Teamprozessen, die ein hohes Maß der Abstimmung erfordern. Im Gegensatz zu gewohnten Abläufen wird ihr Arbeitsalltag stark von der Selbstorganisation der Arbeitsstrukturen und -zeiten bestimmt. Kommunikation heißt das zentrale Thema. Für die neue Raumaufteilung setzten die Innenarchitekten daher auf ihr so genanntes »Smart Working«-Konzept. Durch eine Umorganisation der Arbeitsplätze können bislang ungenutzte Kosten- und Produktivitätspotenziale erschlossen, die Kommunikation verbessert und das Wohlbefinden der Mitarbeiter gesteigert werden.
Flexibilität und ein differenziertes Angebot an Arbeitsplätzen ersetzen bei Kraft Foods jetzt die herkömmliche Organisation und Einteilung der Büros. Das Spektrum umfasst zum einen individuelle Arbeitsplätze für ein ruhiges Arbeiten in privater Atmosphäre, die zumeist als Doppelarbeitsplatz oder Vierer-Bench-Lösung organisiert sind und entlang der Fassade angeordnet wurden. Zum anderen gibt es diverse Team-Bereiche mit Steharbeitsplätzen an zentralen Punkten, die den Austausch und die interne Kommunikation zwischen den verschiedenen Projektbeteiligten fördern. Für kleinere Meetings oder ein zurückgezogenes konzentriertes Arbeiten gibt es zusätzlich so genannte »Privacy-Ecken« und »Silent-Rooms« mit einer loungeartigen Atmosphäre. Lebhafter geht es hingegen an den »Coffee-Points« zu. Auch hier lässt sich ein spontanes kurzes Meeting abhalten oder ein persönliches Gespräch in entspannter Atmosphäre führen. Dieses Angebot fördert nicht nur das Betriebsklima, sondern sorgt auch für ein ruhigeres, konzentrierteres und effizienteres Arbeiten am persönlichen Arbeitsplatz, da alle Besprechungen nun in die Gemeinschafts- und Kommunikationszonen verlegt werden können.
Neben der flexiblen Organisation der Arbeitsplätze spielen jedoch auch visuelle und haptische Faktoren für das Wohlbefinden der Mitarbeiter eine Rolle. Helle freundliche Basisfarben und farbliche Akzente, die einen deutlichen Bezug zum Produktportfolio des Auftraggebers herstellen, sowie die unterschiedlichen Materialien sorgen für ein anregendes und Identität stiftendes Umfeld. Die im Coworking-Space so wichtige akustische Atmosphäre konnte mithilfe von Teppichen, Raumteilern, Pflanzboxen und Akustikpaneelen positiv beeinflusst werden. Besonderes Augenmerk wurde hier auf die akustische Ausführung der Silent-Rooms gelegt. Bei der Beleuchtung setzten die Planer vor allem auf genügend Tageslicht sowie energieeffiziente LED-Beleuchtung. In den nach innen orientierten Team-Bereichen sorgen zudem künstliche, z.T. auch farbige Lichtquellen für unterschiedliche Stimmungen. An den persönlichen Arbeitsplätzen haben die Mitarbeiter zudem die Möglichkeit, separate Arbeitsplatzleuchten zu installieren.






