Fachhochschule in Kufstein

Energie- und Kosteneinsparung spielen nicht nur bei der Erstellung von Gebäuden, sondern gleichermaßen bei deren Bewirtschaftung eine immer größere Rolle. Um diesen Anforderungen bereits in der Lehre Rechnung zu tragen, wurde an der Fachhochschule Kufstein »Facility Management« als einer von zunächst vier neuen Studiengängen eingerichtet. Das Gebäude soll nicht nur von außen auf diesen Inhalt hinweisen, sondern den Studenten aktiv als Forschungsobjekt für Messreihen zur Verfügung stehen. Hörsäle, Bibliothek und Verwaltung sind um eine Aula angeordnet und ergeben einen kompakten Baukörper mit günstigem A/V-Verhältnis. Die Aula ist nicht nur das kommunikative Zentrum der Schule, sondern kann im Sinne einer ökonomischen Raumbewirtschaftung auch extern genutzt werden. Am deutlichsten sichtbar wird der experimentelle Charakter des Hauses an der Doppelfassade. Sie gibt der äußeren Hülle des Gebäudes trotz unterschiedlicher Raumnutzungen das einheitliche Erscheinungsbild eines »Möbels im Park«. Erst in der inneren Glasebene unterscheiden sich die Fassaden: Bibliothek und PC-Übungsraum sind geschosshoch verglast, die Büros mit einer Betonbrüstung versehen. Bei den Hörsälen, die aufgrund der dichteren Belegung einen höheren Lüftungsbedarf haben, sind dezentrale Lüftungsgeräte in die Betonbrüstung integriert. Durch die Wärmerückgewinnung über Rotationswärmetauscher werden die Lüftungswärmeverluste minimiert. Über Lüftungsklappen in der äußeren Glashülle gelangt die vorgewärmte Frischluft in Bodennähe in den Raum und steigt nach dem Prinzip der Quelllüftung an warmen Oberflächen und Personen langsam auf. Die Abluft wird über Öffnungen in den Trennwänden und Brüstungskanälen zurück zum Lüftungsgerät geführt, wo sie durch eine Membran von der Frischluftansaugung getrennt ins Freie geblasen wird. Gesteuert wird die Anlage über CO2-Fühler im Raum, die an ein BUS-System angeschlossen sind.

Fachhochschule in Kufstein
© Margherita Spiluttini