Magazin: Bürogebäude in London

Londons Wandel vom Industrie- zur Dienstleistungszentrum ist nicht nur in den noblen Bankenvierteln spürbar, sondern auch in Einrichtungen wie dem »Social Justice Centre« im Süden der Stadt, der auf 5000 Quadratmetern Büroflächen für gemeinnützige Organisationen anbietet. Bauherr ist ein Sozialunternehmen, das seit seiner Gründung im Jahr 1998 mehr als 15 ähnliche Bürozentren in allen Teilen des Landes aufgebaut hat. Das junge Londoner Büro Architecture 00 gestaltete den Bürokomplex zum Minimalbudget von 1050 britischen Pfund pro Quadratmeter. Das Social Justice Centre besteht aus einer ehemaligen Fabrik für Schuhcreme im Osten und einem großzügig verglasten, viergeschossigen Anbau im Westen. Beide Teile finden im zentralen Atrium zu einem kontrastreichen Rendez-vous zusammen: hier die rohen, nur ihrer Fenster beraubten Ziegelwände des Altbaus, dort die holzverkleideten Brüstungen der Treppen und Galerien, die den Neubau erschließen. Letzterer tritt nach außen als großes Betonregal mit auskragenden Geschossdecken in Erscheinung, deren Zwischenräume mit einer sägezahnartig gefalteten Glasfassade ausgefacht sind. Drei mit Zinkblechschindeln verkleidete Dachaufbauten im dritten Obergeschoss beherbergen Konferenzräume. Auf der Dachterrasse daneben sind Pflanzbeete entstanden, in denen Anwohner des Quartiers ihr Gemüse züchten können. Ein Café und Ausstellungsflächen im Erdgeschoss sind ebenfalls öffentlich zugänglich. Im Gebäudeinneren wurden die Betondecken unverkleidet gelassen und stehen so als thermische Speichermasse zur Verfügung.

Magazin: Bürogebäude in London
© Lynton Pepper