Das Stuttgarter Büro hammeskrause architekten setzt mit seinem Konzept auf die Stimulation von Assoziationen und möchte die Fantasie der Nutzer und Betrachter durch das Gebäude anregen. Zentrales Gestaltungselement ist daher eine Fassade aus langlebigen Ethylen-Tetrafluorethylen(ETFE)-Screens. Sie versinnbildlicht als eine Art Zellmembran auf symbolischer Ebene die Arbeit des Instituts und schafft einen Ort der Identität in dem städtebaulich heterogenen Umfeld. Selbstverständlich erfüllt der Entwurf darüber hinaus die organisatorischen, funktionalen und konstruktiven Anforderungen eines modernen Forschunggebäudes. Der neue Haupteingang entstand an der Schnittstelle zwischen Bestand und Erweiterung und ermöglicht über das dahinterliegende Foyer eine getrennte Erschließung der unterschiedlichen Bereiche des Instituts. Um die Kommunikation untereinander und nach außen zu fördern, können hier auch Präsentationen, Ausstellungen und Empfänge für Gäste stattfinden. Der vorhandene Hallenbaukörper erhielt ein neues Erschließungskonzept, das ihn in flexible modulare Strukturen gliedert. Durch das Einfügen von drei überdachten Lichthöfen, wurden die angrenzenden Flächen auch für Büros und Labore nutzbar gemacht. Diese sind über zwei Geschosse hinweg organisiert und werden über Stahlwendeltreppen in den Lichthöfen miteinander verbunden. So konnte auch das im Hang liegenden Untergeschoss sinnvoll in die Raumkonzeption miteingebunden werden. Auf der Südseite wurde dem Hallenkomplex ein langer Erschließungsgang vorgelagert, der den Verwaltungsbau mit den bereits genutzten Hallen und dem neuen Hallenbereich verbindet. Dieser wird von dem transluzenten Screen aus ETFE-Folie umschlossen, der auf einer filigranen weißen Stahlkonstruktion aufliegt. Die Hauptträger bilden gebogene Rechteckhohlprofile, die im unteren Bereich auf einer Stahlbetonbrüstung gelenkig gelagert sind. Der obere Anschluss erfolgte kraftschlüssig an die bestehende Stahl-Hallenkonstruktion. Die Aussteifung übernehmen rautenförmig über die Hauptträger verlaufenden Rohrhohlprofile, die der Röhre zusätzlich Struktur verleihen. Formal erinnert der Gang an die Geometrie der Stickstofftanks und soll so auch die Vermittlung zwischen den runden Geometrien der Kryobehälter und der kubischen Industriearchitektur des Bestands schaffen.






