- Andreas Ordon
Holz ist das zentrale gestalterische und konstruktive Element des Wertstoffhofs und spiegelt auch dessen Ziel wider: Wiederverwertbarkeit und Nachhaltigkeit. Form und Grundriss der schlichten, funktionalen Holzhalle wurden aus den Bewegungsabläufen des An- und Abtransports von Wertstoffen in enger Zusammenarbeit mit dem Bauherrn entwickelt. Die Fassade, deren unbehandelte Lärchenholzschalung aus dem stadteigenen Wald stammt, lässt den Bau in geschlossenem Zustand als monolithische Einheit wirken. Bei Geschäftsbetrieb markieren großzügige Öffnungen mit Schiebetoren die Wegeführung und sorgen im Inneren zusammen mit den runden Oberlichtern für eine angenehm helle Atmosphäre. Den offenen Charakter des Raums unterstreicht das leichte Holztragwerk aus Vorarlberger Fichte mit Spannweiten von bis zu 15 Metern. Es ruht auf eingespannten Stützen mit kreuzförmigem Querschnitt – Knoten, Zugstäbe und Einspannungen sind aus Stahl gefertigt. Die Leimbinder der Haupt- und Nebenträger und die darüber liegenden filigranen Brettstapeldecken sind zur Ableitung von Regenwasser leicht bogenförmig ausgebildet. Der exakte Zuschnitt der verschiedenen Binder erfolgte mit der CNC-Fräse. Die Brettstapeldecken dagegen wurden bereits im Verleimungsprozess in die doppelt gekrümmte Form gepresst.
