Kunsthochschule in Nantes

 - Jakob Schoof

Künstlerische Arbeit braucht große, flexibel nutzbare Räume, aber nicht unbedingt ein perfekt konstantes Raumklima. Gemäß dieser Maxime entwarfen die französischen Architekten Lacaton & Vassal vor zehn Jahren den Neubau der Architekturhochschule in Nantes. Nur wenige Gebäudeblocks weiter westlich, auf einem ehemaligen Werksgelände, hat das Büro von Franklin Azzi nun das Gebäude für die Kunsthochschule Nantes Saint-Nazaire in ähnlichem Duktus als offenen Hallenbau mit leichter Hülle gestaltet. Das Areal, auf dem früher Schiffsturbinen hergestellt wurden, liegt auf der Île de Nantes, einer Flussinsel mitten in der Stadt, die sich derzeit vom Hafengebiet in ein gemischt genutztes Wohn-, Büro- und Hochschulquartier wandelt. Die Kunsthochschule ist nur ein Baustein in der Konversion des Werksgeländes; in den Nachbarhallen entstehen außerdem Räumlichkeiten für die Universität Nantes, ein Gründerzentrum mit Büros für Start-up-Unternehmen und ein Gebäudekomplex für die Kreativwirtschaft mit Ateliers und Werkstätten.

Kunsthochschule in Nantes
© Luc Boegly