Ganz gleich von welchem der Nachbarländer aus man nach Slowenien fährt, schon wenige Kilometer hinter der Grenze säumen zaunartige Holzkonstruktionen den Weg. Scheinbar belanglos stehen einzelne dieser Sprossenwände lose verstreut in der Landschaft. Unübersehbar werden sie hingegen im Zentrum des Landes in der Ebene um Skofja Loka, wo sie als hunderte Meter lange, dicht gestaffelte Reihen eher an ein Land-Art-Projekt von Christo erinnern als an profane Zweckarchitektur. Mit Ausnahme des äußersten Südwestens, wo die Bora, ein stürmischer Küstenwind, über den Karst fegt, und der ebenfalls windigen pannonischen Tiefebene im Nordosten sind die Zäune freistehend oder als Wände von Holzhütten über das gesamte Land verteilt. Grafische Muster ergeben sich bei tief stehender Sonne bis ins Frühjahr hinein auf den Feldern. Im Spätsommer hingegen wandelt sich der Anblick der luftigen Zäune schlagartig. Aus den zerbrechlich scheinenden Gestängen werden massive Mauern aus Heugarben und Maiskolben, die über die Stangen zum Trocknen gehängt werden.
