Beim Umbau von Büroflächen wird häufig auch die Einrichtung vollständig erneuert. Dabei liegt in vorhandenen Möbeln ein gestalterisches und materielles Potenzial, das sich gezielt weiterentwickeln lässt. Der niederländische Büro- und Objektmöbelhersteller Vepa integriert die professionelle Wiederaufbereitung, bekannt als Refurbishment, in die Planung neuer Arbeitswelten. So werden Bestandsmöbel zur Ressource für zeitgemäße Raumkonzepte.

Bestand als Teil des Entwurfs
Am Anfang steht eine Bestandsaufnahme: Welche Möbel können weitergenutzt werden, welche benötigen neue Oberflächen, Polster oder technische Komponenten? Vepa bewertet Zustand, Demontierbarkeit und Ersatzteilverfügbarkeit, bevor die Aufbereitung geplant wird. Auch unterschiedliche Modelle lassen sich durch abgestimmte Materialien, Farben und Oberflächen in ein einheitliches Gestaltungskonzept einfügen. Für Innenarchitektur und Planung entsteht damit eine Alternative zur vollständigen Neuausstattung, ohne bestehende Formen und Qualitäten aufgeben zu müssen.

Refurbishment als industrieller Prozess
Im Circular Center der Fair Furniture Group in Emmen werden Möbel seit 2019 herstellerunabhängig geprüft, demontiert, instand gesetzt und erneut montiert. Je nach Zustand werden Bauteile ersetzt, Oberflächen überarbeitet oder Sitzmöbel neu gepolstert. Die Einbindung in eigene Produktionsabläufe ermöglicht auch die Bearbeitung großer Stückzahlen. Dabei geht es nicht allein um Reparatur, sondern um eine funktionale und ästhetische Anpassung an neue Anforderungen.

Fair Furnished: Qualität mit zweitem Leben
Das Fair Furnished Label kennzeichnet Möbel, die im Circular Center professionell aufbereitet wurden, unabhängig von ihrer ursprünglichen Marke. Nach Angaben der Fair Furniture Group entspricht ihre Qualität mindestens der des Ausgangsprodukts; für gekennzeichnete Möbel gilt eine Garantie wie bei Neuware. Das Label schafft damit eine verlässliche Grundlage, um aufbereitete Produkte auch in anspruchsvollen Einrichtungskonzepten einzusetzen.

Ein Praxisbeispiel im großen Maßstab
Wie sich der Ansatz auf ganze Arbeitswelten übertragen lässt, zeigt das Projekt für den Versicherer Nationale-Nederlanden. Auf rund 37000 Quadratmetern Bürofläche wurden 89 Prozent der Möbel weiterverwendet oder aufbereitet. Nach Projektangaben konnte der CO₂-Ausstoß im Zusammenhang mit der Neugestaltung um 70 Prozent reduziert werden. Das Beispiel verdeutlicht, dass die Weiterverwendung vorhandener Ausstattung auch bei umfangreichen Umstrukturierungen zu einer gestalterischen und organisatorischen Strategie werden kann.






