Die Alsterschwimmhalle, Wahrzeichen der Hamburger Nachkriegsmoderne, ist einer der größten Schalenbauten Europas und ein ingenieurtechnisches Meisterwerk. Nur 8 cm dick ist der Beton der hyperbolischen Paraboloidschalen mit Spannweiten von bis zu 96 m. Darunter erstreckt sich eine Fläche von 4500 m². Lediglich drei Stützenfüße leiten die Lasten der freitragenden Schalen ins Erdreich. Ein Zugband aus Beton hält die beiden äußeren Stützenfüße zusammen. In dieses sensible System einzugreifen, um die Schwimmhalle aus dem Jahr 1973 zu modernisieren und zu erweitern, war kein leichtes Unterfangen. Verschiedene digitale Tools trugen wesentlich zum Gelingen des Projekts bei: 3D-Modellierung, Auslegungsprogramme für die technischen Anlagen, Massenermittlung aus den 3D-Zeichnungen und das Aufmaß mithilfe von Punktwolken. Vollständige Bestandspläne existierten nicht mehr, zudem galt es, die komplexe geometrische Form mit ihren filigranen Bauteilen so wenig wie möglich anzutasten. Denn das Schalendach steht unter Denkmalschutz, ebenso der 10-Meter-Sprungturm sowie die Fassade. Deren Aluminium-Dreigurtstützen wurden behutsam unter dem Schalendach herausgekippt, in der Werkstatt ertüchtigt und anschließend wieder eingebaut. Im Bereich des oberen Anschlusses ertüchtigten die Planer das bestehende Teleskop-Kolben-Auflager, das die Schwingungen der Dachfläche aufnimmt. Weil eine heute übliche Dreifachverglasung für die alten Stützen zu schwer geworden wäre, ist die Fassade nur doppelverglast.