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Bauen mit Stahl

Bauen mit Stahl

Nicht von ungefähr gilt der Stahlbau als besondere Herausforderung für Konstruk­teure. Kaum ein anderes Material bietet bei gleichen Dimensionen eine derartige Präzision. Immense Spannweiten oder Auskragungen von 30 bis 40 Metern, wie sie Santiago Calatrava im belgischen Liège verwirklicht hat, sind für das Material kein Problem, und Calatrava beweist mit seiner Bahnhofshalle erneut, dass dies durchaus mit einer leichten, transparenten Gesamtwirkung einhergehen kann, die fast vergessen lässt, dass für die Konstruktion immerhin 10.000 Tonnen Stahl eingesetzt wurden. Seine Vision als Architekt, Ingenieur und Bildhauer erläutert Santiago Calatrava im Interview. Mit ihrer Gestaltung der Verkaufszentrale eines Stahlkonzerns in Linz stellen auch Dietmar Feichtinger Architekten die Leistungsfähigkeit des Materials heraus: Eine weite Auskragung des Baukörpers über dem Eingang wird zum prägenden Element des Gebäudes.

Faszinierend sind die unterschiedlichen Erscheinungsformen, in denen uns Stahl in Gebäuden begegnet – die vorgestellten Projekte geben einen Einblick in die Bandbreite: von gestanzten Lochblechen als Hülle eines kleinen Werkstattpavillons in Zürich oder filigranen Stahlgeweben, wie sie Dominique Perrault immer wieder einsetzt - auch beim Tenniszentrum in Madrid - bis zu mächtigen Profilen, die die großen Stützweiten beim Schutzbau einer archäologischen Fundstätte ermöglichen, den Paredes Pedrosa Architekten in Spanien realisiert haben. Ganz selbstverständlich werden heute die vielfältigen Möglichkeiten der Oberflächengestaltung von Stahlbauteilen genutzt - poliert, beschichtet oder gezielt korrodiert, wie bei den Fassaden dieses Schutzbaus.

Dass auch die Wahl der Verbindungstechnik der Bauteile eine gestalterische Entscheidung ist, macht die Gegenüberstellung von Stahlverbindungen im Artikel von Alexander Reichel und Gerald Schnell deutlich.

Versteht man nachhaltiges Bauen nicht nur rein energetisch oder ökonomisch, spielt gerade bei großen Stahlkonstruktionen, die meist eine hohe Lebensdauer haben, eine Rolle, ob ein Gebäude langfristig angenommen und gerne genutzt wird. Neben allen konstruktiven und funktionalen Anforderungen an Bauwerke bleibt daher letztlich entscheidend, ob ihre Architektur im Gedächtnis bleibt.

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DETAIL 9/2015
Konzept: Urbanes Wohnen

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