DETAIL 3.2026
Aus dem Editorial DETAIL 3.2026
Whispering Woods
Die Natur weiß es besser. Kreislauf ist für sie kein unbekannter Prozess, sondern selbstverständliche Grundlage allen Seins. Ebenso, wie in der Natur nichts liegen bleibt, wird auch niemals Energie verschwendet. Was konsequent dazu führt, dass in jedem Ende ein neuer Anfang innewohnt.
Auch wenn es vor über 50 Jahren bereits kluge Ideen und Ansätze gab, die so vieles besser machen wollten, haftet dem ökologischen Bauen bis jetzt das trockene Image von Haferflocken an. Wer einmal in einem Haus aus Holz, Lehm oder Stroh stand, hat erfahren, dass Architektur so viel mehr bedeutet als „form follows function“. Naturbaustoffe folgen heute weniger einer Ideologie, sondern meist pragmatischen Entscheidungen und dem Streben nach Dauerhaftigkeit. Dass sich Hightech und „Öko“ zu einer Synthese verbinden, überzeugt längst auch mit ästhetischem Anspruch.
Wir zeigen in diesem Heft deshalb die Schönheit und Potenziale von Naturstein, Hanfziegeln und Hanfbeton, besuchen einen wiederaufgebauten Strickbau, der die Definition Immobilie auf den Kopf stellt, blicken einem 16-geschossigen Wohnungsbau aus Holz hinter die Fassaden und untersuchen die Holz-Lehm-Decke für Hortus, Schlüsselprojekt für das Büro Herzog & de Meuron. Entscheidend sind für Alexander Franz, Project Director & Associate Architect, die Zertifizierungen für Bauelemente. Bei Hortus dient der Lehm in der Decke als Teil des Brandschutzkonzeptes. Der Gamechanger ist bereits brandschutzzertifiziert für die Schweiz, kein Herrschaftswissen und es gilt wie in der Natur: Nachahmen erlaubt.
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