DETAIL 4.2026
Aus dem Editorial DETAIL 4.2026
Stabile Seitenlage
Gute Gestaltung kann menschliche Heilungsprozesse beeinflussen und unterstützen. Da Genesung kein Zustand ist, sondern ein Prozess, verlangt dies nach einem Übergangsraum, der Transformation fördert und soziales Miteinander ermöglicht. Raum dient nicht als ergänzende Medizin, sondern als Umgebung mit eigener Wirkung.
Meistens ist es erst die Abwesenheit von Gesundheit, die uns dazu bringt, dass wir uns mit ihr auseinandersetzen. Das war bei Charles Jencks so, der nach der Krebsdiagnose seiner Frau den Grundstein für die nach Maggie Keswick Jencks benannten Therapiezentren legte. Das erste Maggie’s Centre, das vor 20 Jahren in Edinburgh eröffnet wurde, beschreibt Jencks als „Architektur der Hoffnung“. Auch Roger S. Ulrich, zuletzt Architekturprofessor in Schweden, untersuchte Mitte der 1980er-Jahre die Wirkung der Natur auf die Gesundheit, weil er selbst erkrankt war. Ihm konnte die Natur bei der Genesung helfen, worauf hin Ulrich die Urstudie für alle folgenden Planungsansätze rund um die Konzepte einer „Healing Architecture“ veröffentlichte.
Diese Ausgabe stellt beispielhafte Sonderbauten aus dem Gesundheitsbereich vor, die genau das bieten. Die Klinik für mentale Gesundheit von C. F. Møller in London, das Gesundheitszentrum von Dorte Mandrup in Kopenhagen oder das Kinderspital in Zürich von Herzog & de Meuron stehen dabei kleineren Modellprojekten wie den Gesundheitskiosken als dörfliche Infrastruktur der medizinischen Grundversorgung in Thüringen von Pasel-K Architects gegenüber. Die Wirkungszusammenhänge von Architektur und Leben sind längst nicht zu Ende erforscht. Die junge Disziplin in der Architektur bleibt in Bewegung.
Das könnte Sie auch interessieren
-
DETAIL Classic

