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Architekturbiennale 2018, Andrea Avezzu; Courtesy of La Biennale di Venezia

Freespace: Thema der nächsten Architekturbiennale in Venedig bekannt gegeben

Yvonne Farrell und Shelley McNamara, die Kuratorinnen der 16. Architekturbiennale, die im Mai 2018 eröffnet wird, annoncieren letzte Woche in Venedig das Thema der nächsten Ausstellung: und zwar wird es nächstes Jahr um »Freespace« gehen. Die Kuratorinnen erklären ihre Themenwahl folgendermaßen: »Freespace beschreibt eine Großzügigkeit des Geistes. Humanität steht im Mittelpunkt einer Architektur-Agenda, die sich auf die die Qualität des Raumes konzentriert.« Den beiden Architektinnen geht es um die Fähigkeit der Architektur, den Raum als eine Gabe für die künftigen Nutzer zu begreifen (es drängt sich notgedrungenermaßen ein Vergleich zu den Ethnologen auf, die den Eingeborenen Glasperlen und sonstige Errungenschaften der westlichen Zivilisation überreichen). In den Freespace-Architekturen wird eine räumliche Großzügigkeit, die über die funktionalen Zwänge hinaus reicht, sichtbar –, ganz unabhängig von den eigentlichen Funktionen und Programmen und deren Beschränkungen, so Farrell und McNamara. 

Die Architektur des »Freespace« soll darüber hinaus, meinen die beiden Gründerinnen von Grafton Architects, eine Möglichkeit bieten, freie Geschenke der Natur –, Sonnenlicht und Mondlicht, Luft und Schwerkraft, die Natur- und die vom Menschen geschaffenen Ressourcen zum Schwerpunkt ihres Schaffens machen. Ganz im Geiste der inzwischen weißhaarigen Atomkraftgegnern und Blumenbefürwortern der späten 1960er-Jahre sorgen sie sich um das Wohlergenen des zerbrechlichen Planeten Erde. Wenn auch angesichts der kürzlich erfolgten (und hoffentlich nur temporären) Aufkündigung des Klimaabkommens durch die Vereinigten Staaten die Sorge vieler um das ökologische Gleichgewicht durchaus ernst zu nehmen ist, fragt man sich, ob die Binsenwahrheit um die Licht, Luft und Sonne doch nicht inzwischen Schnee von gestern ist.

Die letzte Ausstellung von Alejandro Aravena mit dem Titel »Reporting from the Front« zeigte den Besuchern die Bedeutung von sozial verantwortlichen Architekturen – was aber in Aravenas Augen nicht wie einst einen totalen Verzicht auf die architektonische Form zur Folge hat; ganz im Gegenteil entfaltete sich die letzte Biennale entlang der Spannung zwischen der räumlichen Gestaltung und deren politischen und sozialen Wirkkraft. 

Im – leicht esoterisch angehauchten – kuratorischen Statement von Farrell und McNamara verschiebt sich der Fokus von der breiten Palette an sozialen Fragestellungen zu solchen Begriffen wie Raumqualität und Architekturschönheit. Für die nächste Architekturbiennale 2018 werden den künftigen Besuchern gebaute und ungebaute Projekte versprochen, die anhand des gesetzten Themas wesentliche Qualitäten der Architektur, wie Komplexität und Materialität der Oberflächen, die Qualität der architektonischen Inszenierung veranschaulichen, und die Kraft und die Schönheit der Architektur offenbaren werden. 

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