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Weg vom Formalismus, hin zu den Inhalten: Annette Hillebrandt über die Entwicklung von sechs Jahrzehnten Architektur

Die Grenzen des Wachstums sind seit langem bekannt. Was aber bedeutet dies für ein Bauen in den Grenzen der Weltkapazität? Für den Blick in die Zukunft der Architektur ist für Annette Hillebrandt das Kreislaufpotenzial von Gebäuden entscheidend.

Was haben uns die 60er-Jahre in der Architektur hinterlassen?
60 Jahre in Frieden Architektur machen, das ist eine große Gnade. Dadurch konnte sich so viel Kreativität entwickeln und ausgelebt werden! Wie groß ist die Bandbreite, wenn man sich an die postmodernen Ikonen erinnert, über die Technikverliebtheit eines Centre Pompidou bis zur Material- und Formspürigkeit einer kleinen Feldkapelle zwischen Köln und Aachen. Die Architekt*Innen durften frei experimentieren und ausgiebigst diskutieren. Leider oft formal und lediglich selbstbezogen. Wichtige Fragen, wie die eines Bauens in den Grenzen der Weltkapazität, wurden dabei allerdings – obwohl seit 1972 die Grenzen des Wachstums bekannt waren – mehrheitlich ignoriert.

Wo, glauben Sie, steht die Architektur in 60 Jahren?
Die diesjährige Auszeichnung von Lacaton & Vassal mit dem Pritzker-Prize, die Bewegung des New European Bauhaus, vor allem aber das bewundernswerte Engagement der A4F – Architects for Future – möchte ich als gutes Zeichen deuten. Weg vom Formalismus hin zu den Inhalten. Bauen muss endlich umweltkonsistent werden, darf nicht nur zerstören, muss kompensieren und umweltbezogene Mehrwerte schaffen. Packen wir es an und leisten wir unseren Beitrag für die nachfolgenden Generationen!

Wann sind Sie Detail zum ersten Mal begegnet?
Ich weiß nicht mehr, wann mir Detail zum ersten Mal begegnet ist, gefühlt gehörte Detail schon immer dazu. Aber sicher bekam Detail einen größeren Stellenwert mit Antritt meiner ersten Baukonstruktions-Professur. Und wurde drei Jahre lang „Lebensbegleiter“ mit Erstellung des Atlas Recycling. Danke an dieser Stelle noch einmal an Detail, dass Sie an die Dringlichkeit des Themas geglaubt haben und uns als Autoren-Neulingen das Vertrauen entgegengebracht haben! Wie wir jetzt sehen, ist das Thema brandheiß!

Annette Hillebrandt ist Architektin und hat nach Professuren in Kaiserslautern und Münster seit 2013 die Professur für Baukonstruktion, Entwurf und Materialkunde an der Universität Wuppertal inne. Sie forscht zu Kreislaufpotenzialen im Hochbau und ist Hauptautorin des „Atlas Recycling“ (Edition DETAIL, 2018). 2015 erhielt sie für ihr Engagement den Urban Mining Award, 2020 den Hans Sauer Award und ist Mitinitiatorin des bundesweit-offenen Urban-Mining-Student-Award.

Annette Hillebrandt, Foto: C. Gollhardt
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