You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken

15.000 Löcher zur Wärmedämmung: LWL-Museum für Naturkunde in Münster

Die energetische Sanierung des Museums erbrachte 65 % weniger Energieverbrauch – und die Auszeichnung mit dem GreenBuilding Award 2013 der Europäischen Kommission.

Die Sanierung erfolgte in den Jahren 2009 bis 2013 und basierte auf drei Ansätzen: Die Fassade erhielt eine Isolierung, zahlreiche Fenster erhielten eine Dreifachverglasung, darüber hinaus wurde das Dach vollständig gedämmt.

Planung: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)
Standort: Sentruper Straße 285, 48161 Münster

Energetische Sanierung: LWL-Museum für Naturkunde in Münster
Energetische Sanierung: LWL-Museum für Naturkunde in Münster

In einem ersten Schritt wurde die Außenhaut des Gebäudes durch weitreichende Verbesserung der Wärmedämmung auf Niedrigenergiestandard gebracht. 15.000 Löcher wurden gebohrt, um das Isoliermaterial einzusetzen. Nach Schließung des Museums wurden neben den Luftschichten in den Außenwänden auch die gesamte Flachdachkonstruktion gedämmt und die Attika erneuert.

Energetische Sanierung: LWL-Museum für Naturkunde in Münster
Energetische Sanierung: LWL-Museum für Naturkunde in Münster
Energetische Sanierung: LWL-Museum für Naturkunde in Münster
Energetische Sanierung: LWL-Museum für Naturkunde in Münster

Alle zu erhaltenden Fensterelemente erhielten neben der Neuverglasung auch neue Beschläge (bei Bedarf) und Dichtungen. Dazu wurden die Fenster mit einer neuen Lasur versehen. Damit waren jene Teile erneuert, die aus der Nutzung herrührend einem Verschleiß unterliegen. Aus technischer Sicht ist der Zustand der Fenster nach der Sanierung nahezu neuwertig.

Energetische Sanierung: LWL-Museum für Naturkunde in Münster
Energetische Sanierung: LWL-Museum für Naturkunde in Münster

Der zweite Schritt beinhaltete die Ertüchtigung im Inneren des Gebäudes, wobei die gesamte Haustechnik auf den heutigen technischen Standard gehoben wurde.

Energetische Sanierung: LWL-Museum für Naturkunde in Münster

 

Die Arbeiten in Zahlen

Energetische Sanierung und Modernisierung im Rahmen Konjunkturpaket II:

  • Fassadendämmung: 4.850 m², entspricht ca. 800 m³ Einblasdämmung
  • Dachdämmung: 6.100 m², entspricht ca. 1.100 m³ Gefälledämmung
  • Dreifachverglasung der Fenster: 130 Stück mit insgesamt 620 m²
  • Lüftungsanlage: Einbau einer kontrollierten Be-/Entlüftungsanlage mit integrierter Befeuchtung und Wärmerückgewinnung
  • Neue Kältemaschine: Hocheffiziente Kälteanlage zur Versorgung der Klimaanlage für das Planetarium und Wechselausstellung
  • Elektro: Erneuerung der zentralen Stromversorgung


Zusätzliche Energetische Sanierung 2012/2013:

Neubau der Wärmeversorgung: Installation von Holzpelletkessel mit Siloanlage
- 2 Holzpelletkessel mit je 130 kW Wärmeleistung
- 90 m³ Holzsiloanlage
- 19.000 Liter Heizungspufferspeicher

Eigenstromversorgung: Einbau von zwei Blockheizkraftwerken mit je 20 kW Elektroleistung

Projektdaten

Baubeschluss: Juni 2009 durch den LWL-Landschaftsausschuss
Baubeginn: Dezember 2009
Schließung: 12. April 2010 bis 20. Mai 2010
Eröffnung: 21. Mai 2010
Abschluss der Bauarbeiten außen: Ende 2010
Gesamtkosten: 2,7 Mio. Euro

Die Gelder für die Sanierung stammen aus dem Konjunkturparket II des Bundes und des Landes NRW.

Energetische Sanierung: LWL-Museum für Naturkunde in Münster
Exponate während der energetischen Sanierung im LWL-Museum für Naturkunde in Münster

GreenBuilding Award 2013
LWL-Baudezernentin Judith Pirscher nahm die Urkunde im Mai 2013 auf der Solarexpo in Mailand entgegen, überreicht von Heinz Ossenbrink, dem Referatsleiter für erneuerbare Energien des Joint Research Center (JRC) der Europäischen Kommission. Beim GreenBuilding Award 2013 war ein zweites Projekt aus Deutschland ausgezeichnet worden: die Siemens-Kindertagesstätte "SieKids" in Erlangen.

Energetische Sanierung: LWL-Museum für Naturkunde in Münster

Das LWL-Museum für Naturkunde
Ende des 19. Jahrhunderts regte Professor Dr. Hermann Landois, Gründer des Zoologischen Gartens in Münster, die Gründung eines separaten Naturkundemuseums auf dem Gelände des Zoos an. Am 26. Juni 1891 wurde das "Provinzialmuseum für Naturkunde" an der Himmelreichallee eröffnet und am 10. Februar 1892 der Öffentlichkeit übergeben.

Als der alte Zoo aus Platzgründen an den westlichen Stadtrand zog, entschloss sich das Museum mit umzuziehen. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Träger des Naturkundemuseums, ermöglichte den Museumsneubau. Auf einer Fläche von rund 4.200 m² werden verschiedene Sonder- und Dauerausstellungen gezeigt. Außerdem befindet sich mitten im Museum ein Großplanetarium. Der weltweit größte Ammonit mit 1,80 m im Durchmesser steht frei zugänglich im Museumsfoyer.

Stichworte:
Aktuelles Heft
DETAIL 9/2018
DETAIL 9/2018, Schulen

Konzept: Schulen

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.