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Abschied von der Glühbirne

Mit seiner Installation „What Watt“ feiert der Londoner Designer Tim Fishlock die scheidende Glühbirne und setzt ihr ein Denkmal. Weniger leicht fällt deutschen Lichtkünstlern der Abschied vom altbewährten Leuchtmittel.

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Foto: Tim Fishlock
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Installation "Why Watt" von Tim Fishlock

Wie ein gigantischer Kronleuchter wirkt das Objekt aus 1243 ausgedienten Glühbirnen in verschiedenen Größen, die Fishlock an transparenten Fäden einzeln abgehängte. In ihrem Zentrum platzierte er eine energiesparende Leuchtstofflampe, die die Glühbirnenkugel von innen erstrahlen lässt.

Auch wenn er mit seiner Installation dem Design der Glühbirne, das seit seiner Erfindung vor 130 Jahren relativ unverändert blieb, ein Zeichen setzt, der endgültige Abschied – nach EU-Leuchtmittel-Verordnung für 2012 vorgesehen – fällt Fishlock nicht allzu schwer: Er begrüße die Idee, alle herkömmlichen Glühbirnen durch Energiesparlampen zu ersetzen. „What Watt“ solle jedoch ein Andenken und eine Feier der alten Version sein.

Anders sieht der Münchner Lichtdesigner Ingo Maurer die Situation, In seiner vierseitigen Stellungnahme zur EU-Leuchtmittel-Verordnung fordert er dazu auf, das Verbot zu überdenken. Denn für ihn bringt „die Verbannung der Glühlampen“ eine Verschlechterung der Lebensqualität mit sich. Die als Ersatz angebotene Lichtqualität von Kompaktleuchtstoffröhren sei nicht gleichwertig. Mauer wünscht sich, dass die Glühlampe auch in Zukunft unser Begleiter bleiben dürfe – wenn auch seltener eingeschaltet und bewusster eingesetzt.

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Foto: Ingo Maurer

Mit seinem Team arbeitet Maurer an der Entwicklung eines neuen Leuchtmittels, das seine Leidenschaft für die Glühbirne und die Suche nach energieeffizienteren Möglichkeiten verbindet. Das Ergebnis ist die Leuchte Woonderlux, von der es bisher nur Prototypen gibt. Sie sieht aus wie eine herkömmliche Glühbirne – mit einem leeren Glaskolben. Denn das Licht stammt aus einer Leuchtdiode, die sich in der Fassung der Glühdiode verbirgt.

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Foto: commonlights

Die Karlsruher Lichtkünstler Commonlights, Rainer Kehres und Sebastian Hungerer, arbeiten bei ihren Installationen nicht selten mit alten Lampen und neuen Glühbirnen. Ähnlich wie Mauerer stehen auch sie der EU-Verordnung kritisch gegenüber: „Uns kommt die Regelung vor wie eine "Konsumzwangsverordnung – ohne Abwrackprämie". Die "Energiesparlampe" ist keine wirkliche Alternative. Farbwiedergabe, Form und Entsorgung sind hier unsere Stichworte.“

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