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Kinderhaus St. Elisabeth, schleicher.ragaller, Foto: Zooey Braun

Angedockt: schleicher.ragaller reorganisieren Kinderhaus St. Elisabeth

Ein zweistöckiger, keilförmiger Neubau bildet das Herzstück des Kinderhauses St. Elisabeth. Er fungiert als Dreh- und Angelpunkt, positioniert im Zentrum zwischen den bestehenden drei Gebäudeteilen. Als neuer Haupteingang und Erschließungstrakt fasst er dieses Trio behutsam zusammen und strukturiert darüber hinaus die Außenräume neu.

Mit seinem schiffsartigen Charakter scheint der Neubau regelrecht an den Bestand anzudocken. Er misst gerade einmal zwei Geschosse und geht in dem baulichen Ensemble trotzdem nicht unter. In seiner Gestaltung spricht der keilförmige Bau zwei verschiedene Sprachen. Der Sockelbereich ist durchwegs transparent und in raumhohen Verglasungen ausgeführt, der erste Stock dagegen zeigt sich wesentlich geschlossener. Während im unteren Teil die Blickbezüge zwischen Innen- und Außenraum regelrecht gefördert und bewusst inszeniert werden, gibt es im oberen Volumen lediglich gezielt gesetzte Öffnungen. Die rundum in schwarze Holzlatten gekleidete Fassade kontrastiert mit den vereinzelten, in Weiß gerahmten Fenstern, die wie Bullaugen anmuten. Wie ein Beschützer thront das dunkle Volumen über der Erdgeschosszone und bietet den Kindern Platz zum behüteten Ankommen.

Die Architekten schleicher.ragaller konzipieren das Projekt im Sinne einer kleinen Stadt. Verschiedenste Räume mit unterschiedlichen Qualitäten strukturieren sich rund um Wege, Brücken und Plätze und machen das Kinderhaus St. Elisabeth unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Kinder zu einem kleinmaßstäblichen Erlebnisort. Der Neubau übernimmt dabei die Rolle des verteilenden Zentrums. Das Foyer im unteren Geschoss bleibt bis auf Garderobenflächen nahezu zur Gänze unbespielt. Im oberen Bereich organisiert sich alles um eine offene Galerie, die Blickbezüge durch den neuen Teil ermöglicht und weiter zu den Gruppenräumen in den bestehenden Gebäudeteilen führt.

Bei den Materialien setzt man auf eine Mischung aus Rohheit und Geborgenheit. Der gelbe Fußboden im Erdgeschoss leuchtet dem Besucher schon nach draußen entgegen und schafft ein freundliches, helles Ambiente. In Kombination mit weißen Wänden und unverputztem Sichtbeton entsteht zusammen mit den Ziegeln und anderen Oberflächen der Bestandsbauten ein spannender Kontrast aus Alt und Neu. Dabei findet sich vor allem im neuen Teil immer wieder das Motiv des Kreises in verspielten Details wieder. Farbliche Akzente strukturieren die Räume und erleichtern den Kindern die Orientierung innerhalb der Räumlichkeiten.

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Zusätzliche Informationen:

Fotograf: www.zooeybraun.de

Eine ausführliche Print-Dokumentation zum Thema »Spielen und Lernen« finden Sie in unserer Ausgabe DETAIL inside 1/2018.

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
INSIDE I1/2018
DETAIL inside 1/2018

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