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Architecture Matters 2017, MCWB

Architecture Matters 2017

Junge, aufstrebende Architekten kommen mit prominenten Gästen aus Architektur, Politik, Kultur und Gesellschaft zusammen, um über brisante Themen, inspirierende Projekte und zukunftsträchtige Entwicklungen zu sprechen: Es geht um Projekte und Positionen, die aus einer Notwendigkeit heraus entstehen. Um Leidenschaft, Relevanz, die Gestaltung der ökonomischen Spielregeln von Städten – jenseits hübscher Fassadendekorationen, formaler Attitüden und eines aus rein westlicher Perspektive geführten Architekturdiskurses. Mit Vorträgen, Diskussionsrunden, Performances und unorthodoxer Musik.

Innerhalb der Konferenz gilt die »Munich Session« als besonderes Format: Im Rahmen einer Diskussionsrunde
wird jährlich ein neues, die Stadt betreffendes Thema aufgegriffen. 2017 liegt der Fokus auf der Entwicklung des Münchener Werksviertels, einschließlich des neuen Konzertsaals, für dessen Realisierung derzeit ein Architekturwettbewerb läuft.

Nadin Heinich, Initiatorin der Konferenz, führt durch den Tag und empfängt folgende Sprecher:

Christ & Gantenbein, Basel
»Wir machen Architektur so, wie man sie immer gemacht hat, (...) allerdings in einer zeitgenössischen Form.« Emanuel Christ und Christoph Gantenbein suchen nach dem Prinzipiellen und Typologischen, stellen die grundsätzliche Fragen nach Raum, Körper, Materie. Im letzten Jahr haben sie mit gleich zwei Museumserweiterungen begeistert, dem Kunstmuseum in Basel sowie dem grandiosen Landesmuseum in Zürich. Gegenwärtig arbeiten sie an der Erweiterung des Wallraf-Richartz-Museums in Köln sowie einer Vielzahl weiterer Projekte. Die alten Schweizer Heroen, Herzog & de Meuron, Peter Märkli etc. – alles auch Lehrer von Christ & Gantenbein – treten langsam ab. Die neuen, vielfach ausgezeichnet, stehen bereit.

Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, München
Julian Nida-Rümelin gehört neben Jürgen Habermas und Peter Sloterdijk zu den renommiertesten Philosophen in Deutschland. Er lehrt Philosophie und politische Theorie an der Universität München, ist Autor zahlreicher Bücher sowie präziser, unvoreingenommener Kommentator zu ethischen, politischen und zeitgenössischen Themen. So stieß er eine Debatte zum Akademisierungswahn an, löste mit seinem Buch »Die Optimierungsfalle« intensive Diskussionen über die Rolle der Ethik in der ökonomischen Praxis aus. Aus einer Künstlerfamilie stammend beschäftigt sich der Kulturstaatsminister a. D. immer wieder mit der Verbindung von Ethik und Stadtarchitektur.

Prof. Dr. h.c. Roland Berger, München
Roland Berger ist Gründer und seit 2010 Honorary Chairman der Roland Berger GmbH. Das Unternehmen zählt heute mit 50 Büros in 36 Ländern und 2.400 Mitarbeitern zu den Top 5 der weltweit größten Strategieberatungen, berät international führende Industrie- und Dienstleistungsunternehmen sowie öffentliche Institutionen. Berger ist Mitglied verschiedener Aufsichts- und Beiräte von nationalen und internationalen Unternehmen, Stiftungen und Organisationen. Zwei Mal wurde ihm der Posten des Wirtschaftsministers angeboten, immer hat er abgelehnt. Mit seiner Roland Berger Stiftung fühlt sich der leidenschaftliche Kunstsammler – Andy Warhol hat ihn portraitiert – dem weltweiten Schutz der
Menschenwürde und Menschenrechte verpflichtet.

Patrik Schumacher, London
Seit 1988 ist Patrik Schumacher Mitarbeiter im Büro von Zaha Hadid, ab 2002 Partner. Die Pritzker-Preisträgerin war das Gesicht des Büros, die Künstlerin, er das Gehirn. Seit ihrem viel zu frühen Tod im April 2016 führt er das Büro allein weiter. Schumacher ist Co-Autor vieler spektakulärer Projekte, wie dem Kunstmuseum MAXXI in Rom, dem Zentralgebäude des BMW-Werks in Leipzig oder dem Opernhaus in Guangzhou. Zusätzlich zur Architektur wurde er in Philosophie promoviert, hat an zahlreichen Universitäten, wie Yale oder Harvard, unterrichtet. Er hat keine Angst anzuecken. Als obsessiver Denker prägte er den Begriff »Parametrismus«, veröffentlichte 2010 und 2012 in sein theoretisches Manifest »Die Autopoiesis der Architektur«.

Joanna Warsza, Berlin, Warschau
2018 wird sie »Public Art Munich«, das internationale Großprojekt für Kunst im öffentlichen Raum in München, kuratieren. Es geht um Meinungsfreiheit, Transparenz und Überwachung, inszeniert als Kongresse im Freien mit Bürgerorchestern, temporären Installationen oder architektonische Pop-Ups. Architektur und öffentlicher Raum sind ihre Schwerpunkte. Zuvor konzipierte die in Warschau geborene Kuratorin u. a. das öffentliche Programm der Manifesta 10 in St. Petersburg sowie »Kamikaze Loggia«, den Georgischen Pavillon auf der 55. Biennale in Venedig, bei dem sie mit informeller Architektur auf die gesetzlose Zeit nach dem Zerfall der Sowjetunion anspielte.

Jörn Walter, Hamburg
Sechs verschiedene Senate hat Jörn Walter, seit 1999 Oberbaudirektor der Freien und Hansestadt Hamburg, erlebt. Im Fokus seines Wirkens standen u. a. der »Sprung über die Elbe«, Anlass für die IBA Hamburg, sowie die Planung der Hafencity einschließlich Elbphilharmonie, für die er sich entschieden einsetzte. Aus geplanten drei Jahren Bauzeit wurden zehn, aus 75,3 Millionen Euro Baukosten 865,65 Millionen – doch im Januar wurde der spektakuläre Neubau auf dem Sockel eines ehemaligen Kaispeichers mit Bundeskanzlerin und Bundespräsident grandios eröffnet. Die Kritiker sind verstummt. Das Gebäude gilt als neues Wahrzeichen der Hansestadt. Traut sich München mit seinem neuen Konzertsaal ein vergleichbar visionäres Projekt zu?

Liam Young, London, Los Angeles
Jenseits von Star Trek: Liam Young ist Architekt. Mit seinem Londoner Think Tank Tomorrow’s Thoughts Today entwickelt er Szenarien für unsere urbane Zukunft – fantastische, hybride Welten, für die er aktuelle technologische Entwicklungen ausreizt, weiterdenkt, die Grenzen zwischen natürlich und künstlich, analog und digital verwischt. Ausgangspunkt dafür sind seine Reisen ans Ende der Welt, die er mit seinem nomadischen Forschungsstudio Unknown Fields Division unternimmt. In Tchernobyl, Area 51 oder auf dem zugefrorenen Arktische Meer sucht er nach »Weak Signals«, nach Momenten, in denen sich unsere Gegenwart verdichtet, einen Blick in die Zukunft eröffnet. BBC, NBC, Wired, Time Magazine etc. sind begeistert. Blueprint magazine zählt Liam zu den 25 Personen, welche die Architektur verändern werden.

Kiril Ass, Moskau
Das gegenwärtige Bild von Russland ist fast durchweg dunkel, bedrohlich, zumindest undurchsichtig. Spionage, Fake News, Aggression, Wodka. Ist das wirklich so einseitig? Der Architekt und Architekturtheoretiker Kiril Ass skizziert von innen heraus ein kritisches Bild des Landes und insbesondere der Stadtentwicklung Moskaus seit 1989: Vom Turbokapitalismus der 1990er, der Phase der Liberalisierung bis zur aktuellen Hinwendung zum Nationalen und teils widersprüchlichen Ideen von alter Größe – Ideen von Zukunft, die sich doch ausschließlich um die Vergangenheit drehen. Als Architekt arbeitet Ass im Büro von Alexander Brodsky. Er lehrt an der unabhängigen »Moscow School of Architecture«. Mit seiner Frau Nadya Korbut entwirft er eindringliche Ausstellungen u. a. für das Garage Museum of Contemporary Art oder das Jüdische Museum.

Freek Persyn, Brüssel
Freek Persyn ist Mitbegründer des Büros 51N4E, das er gemeinsam mit Johan Anrys führt. Die Projekte reichen vom architektonischen Maßstab bis zu Visionen für städtische Regionen wie Bordeaux, Brüssel oder Istanbul. Typisch für 51N4E ist, dass sie nicht einfach nur Häuser bauen, sondern weit über die ursprünglich gestellte Aufgabe hinaus wirken. Mit dem TID Tower in Tirana, Albanien, haben sie zum Beispiel nicht nur einen neuen Gebäudekomplex entworfen, sondern zugleich landestypische Bautraditionen wiederbelebt – ein Wissen, das aufgrund des Umbruchs nach dem Zerfall des Ostblocks weitestgehend verloren gegangen war. Natürlich wurde auch 51N4E vielfach ausgezeichnet.

Ayzit Bostan, München
»Mich interessiert die Essenz von Dingen. Und Bands. Und Popkultur.« Die Designerin und Künstlerin mit türkischen Wurzeln bewegt sich seit vielen Jahren an der Schnittstelle zwischen Design und Kunst, Ausstellungen und Modeindustrie. Neue Kollektionen präsentiert sie nicht auf Modenschauen, sondern als Performances und Installationen in Galerien und Museen, wie dem MMK Frankfurt oder dem Goethe-Institut Tokyo. Bei ihren textilen Entwürfen geht es um Qualität statt Masse, das nervöse Kaufen bedient sie nicht: Pro Jahr erscheinen zwei Taschen und eine Kleiderkollektion. Bostan wurde mit dem IF Product Design Award und dem DDC Silver Award Product Design ausgezeichnet.

Johannes Ernst, München
Seit 2005, nach dem plötzlichen Tod von Otto Steidle, leitet Johannes Ernst das Büro Steidle Architekten gemeinsam mit Martin Klein und Johann Spengler. Es ist eines der großen Münchner Architekturbüros mit Fokus vor allem auf Wohn- und Bürogebäude sowie städtebauliche Rahmenplanungen. Seit 2010 beschäftigt sich Ernst mit dem Areal »Rund um den Ostbahnhof« – gelegentlich wird er auch als »Mastermind« des Werksviertels bezeichnet. Er möchte hier ein Stück Großstadt bauen, den Industriecharme und Teile der historischen Pfanni-Gebäude erhalten. Geprägt hat er dieses Viertel auch mit eigenen Gebäuden, wie der Medienbrücke und dem »Urban Mother Fucker« Werk 3, so Ernst’ eigene Worte.

Stefan F. Höglmaier, München
Stefan F. Höglmaier ist Geschäftsführer der Euroboden Gruppe, die der 42-Jährige im Alter von 24 Jahren gründete. Er ist einer der wenigen Bauträger, die mit guter Architektur und nicht allein mit Bruttogeschossfläche Geld verdienen. Wenn Höglmaier von einer Idee überzeugt ist, kämpft er, auch auf juristischem Weg, länger als die meisten anderen für ihre Umsetzung. Dafür arbeitet er mit einigen der Besten der Branche zusammen, David Adjaye, David Chipperfield, Peter Haimerl oder Muck Petzet. Natürlich wohnt er auch privat spektakulär, in einem umgebauten Hochbunker mit eigenem Kunstraum im Erdgeschoss.

Weitere Informationen zur Konferenz sowie Tickets online: www.architecturematters.eu

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Munich Creative Business Week MCBW statt.

Gefördert von: Axor, Thonet, Gira, Euroboden, Miele, Landeshauptstadt München, Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie

Medienpartner: Archithese, Stylepark, Baumeister

Kooperationspartner: bayern design, Bund Deutscher Architekten BDA Bayern, Bundesverband freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e. V., Immobilienverband Deutschland IVD Süd e.V.

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