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DETAIL, VFF, Architektentag, itf, IVRSA, BF, Fassade, Gebäudehülle

Architektentag zur dynamischen, transparenten Gebäudehülle

„Smart Home: Turbo oder Bremsklotz für das Fenster der Zukunft?“ – mit dieser provokanten Frage eröffnete Oliver Rilling den Architektentag. Eine wesentliche Erkenntnis seines umfassenden Überblicks über die Geschichte und Ist-Situation der Digitalisierung in Wohnhäusern war die eminente Bedeutung intelligenter Fensterlösungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Schließlich tragen durch Verglasungen erzielte solare Energiegewinne zur Kompensation großer Teile der Transmissionswärmeverluste bei, während automatisierte Verschattungen die sommerlichen Kühllasten signifikant reduzieren können. Im Anschluss erbrachte Conny Wust mit ihrem Vortrag „Intelligente Gebäudehülle – ein Zusammenspiel von Transparenz, Verschattung und Lichtlenkung“ den Beleg dafür, dass dynamischer Sonnenschutz keineswegs beweglich sein muss. So präsentiert sich die als großmaschiges Netz ausgebildete Hülle der adidas World of Sports ARENA in Herzogenaurach aus der Perspektive der Nutzer*innen als extrem schwungvolle und dennoch feststehende Fassade. Aus größerer Entfernung hingegen entsteht der Eindruck einer eher statischen und vor allem identitätsstiftenden Großform.  

Nach einer kurzen Pause lieferte Thorsten Holch einen persönlichen „Erfahrungsbericht über den zweistufigen Einbau von Fenstern mit Montagezarge“. Dabei beschrieb er nicht nur die unschlagbaren Vorteile von vorab montierten Einbaurahmen, die die Zahl der Bauschäden im Fensterbereich drastisch minimieren helfen. Er machte auch deutlich, dass diese Technik zunächst zwar kostspieliger als konventionelle Lösungen ist, bei Betrachtung des gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes aber klar die Nase vorn hat. Das gilt insbesondere dann, wenn man weiß, um wie viel einfacher und günstiger ein späterer Fenstertausch mit Montagezargen abläuft. Im letzten Vortrag mit dem Titel „Von der Vision zur Realität – das Internationale Olympische Komitee in Lausanne“ erläuterte Olaf Skov Kunert die Zusammenhänge zwischen dem Bauherrnwunsch nach einem dynamischen Gebäude und dem parametrischen Entwurfsprozess. Resultat ist unter anderem eine bewegte Fassade, bei der kaum ein Bauteil dem anderen gleicht, die aber trotzdem streng ökonomischen Regeln gehorcht.  

Insgesamt gut 35 Gäste verfolgten die dreistündige Veranstaltung live vor Ort aus dem 25hours Hotel Hamburg HafenCity, während mehr als 130 Teilnehmer online zugeschaltet waren. Vor allem die rege abschließende Diskussionsrunde zeigte, wie sehr das Thema der dynamischen, transparenten Gebäudehülle auch im Fokus der Architekten steht.  


REFERENTEN

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Bild: Zur Verfügung gestellt ARCHImedes Landau

Thorsten Holch
Archimedes-Landau 

Thorsten Holch studierte Architektur an der Universität Kaiserslautern und gründete bereits 1988 eine erste Firma für Rückbau und Bergung historischer Baustoffe aus Abbruchgebäuden. Seit 1994 ist er Geschäftsführer und Gründer der ARCHlmedes GmbH mit zahlreichen Projekten im Bereich Stadtentwicklung und Denkmalpflege.

Er erhielt den Umweltpreis der Stadt Landau für das ökologische Bauprojekt „Weißenburgerstraße 29-31". Er ist Mitglied im Landespflegebeirat und im Deutschen Werkbund.

 

 

 

 


 

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Bild: Olaf Skov Kunert, 3XN

Olaf Skov Kunert
3XN architects

Olaf Skov Kunert ist Senior Associate bei 3XN. Nach der Ausbildung zum Gieβereimodellbauer und dem Studium der Architektur in Deutschland und Dänemark arbeitet er seit 2001 als Architekt in Dänemark. Seit 2006 arbeitet er als Fassadenspezialist und Projektleiter bei dem weltweit tätigen Architekturbüro 3XN. Er ist verantwortlich für die Fassaden von vielen 3XN-Projekten wie z.B. dem Hauptsitz des IOC in Lausanne. Aktuelle Projekte sind der Fischmarkt in Sydney und der SAP Garden in München.  

 

 

 

 

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Bild: Zur Verfügung gestellt Behnisch Architekten

Conny Wust
Behnisch Architekten

Conny Wust studierte Architektur an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Augsburg. Nach ihrem Diplom begann sie ihre Arbeit als Architektin im Büro Behnisch & Partner, später folgten Projektleitungen bei Behnisch Architekten an den Standorten München und Stuttgart. Seit 2016 hat sie einen Lehrauftrag an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Augsburg inne. Im Büro Behnisch Architekten Stuttgart ist sie seit 2018 als Office Director in leitender Position tätig.

 

 

 

 

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Foto: Zur Verfügung gestellt von Somfy

Oliver Rilling
Somfy

Oliver Rilling arbeitet seit 25 Jahren bei Somfy, dem Weltmarktführer für die Motorisierung und smarte Steuerung von Gebäuden. Als Mitgestalter begleitete er das Unternehmen auf dem Weg vom Anbieter für Antriebs- und Steuerungstechnik zum Smart-Home-Pionier und verantwortet heute die Bereiche strategisches Produktmarketing, neue Geschäftsfelder und Partnerschaften für die Länder Deutschland, Österreich und die Schweiz. Mit über 5 Millionen vernetzten Geräten gehört Somfy zu den führenden Anbietern von intelligenter Haustechnik. Geprägt haben ihn in den vergangenen 25 Jahren die Begeisterung der französischen Nachbarn für neue Technologien und die Bereitschaft, auch ohne die Gewissheit auf Erfolg, Neues auszuprobieren, Themen leidenschaftlich voranzutreiben und Märkte weiterzuentwickeln.

VERANSTALTER in Kooperation mit Detail:

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Der BF
Der Bundesverband Flachglas (BF) ist das anerkannte Sprachrohr der Bauglas-Branche in den Aufgabenbereichen Lobbyismus / Netzwerk, Normung / Technik und PR / Öffentlichkeitsarbeit. Mehr als 80 Hersteller und Veredler mit insgesamt über 180 Produktionsstätten und rund 60 Zulieferer bilden die Mitgliedschaft und decken zusammen mehr als 90 % der deutschen Produktion von Flachglasprodukten für Bauanwendungen ab.
Mehr Infos: https://www.bundesverband-flachglas.de

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ift Rosenheim
Das ift Rosenheim ist eine international akkreditierte und notifizierte Prüf- und Zertifizierungsstelle. Im Mittelpunkt steht die praxisnahe, ganzheitliche und schnelle Prüfung und Bewertung aller Eigenschaften von Fenstern, Fassaden, Türen, Toren, Glas und Baustoffen sowie persönlicher Schutzausrüstung PSA (Atemschutzmasken u.a.). Ziel ist die nachhaltige Verbesserung von Produktqualität, Konstruktion und Technik sowie Normungsarbeit und Forschung.
Mehr Infos: www.ift-rosenheim.de

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Zur IVRSA
Die IVRSA – Industrievereinigung Rollladen-Sonnenschutz-Automation – vertritt als unabhängige Industrievereinigung die Interessen führender Hersteller und Zulieferer aus den Branchen Rollladen, Sonnenschutz und deren Automation. Die renommierten Experten erarbeiten technische Richtlinien, begleiten wissenschaftliche Studien und erstellen branchenbezogene Unterlagen zur Unterstützung von Fachhandel und Fachhandwerk. Die IVRSA e.V. ist als Fachgruppen-Verein unter dem Dach des ITRS e.V. organisiert.
Mehr Infos: www.ivrsa.de


 

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Der Verband Fenster + Fassade ist die Fachorganisation, die die führenden Hersteller von Fenstern, Türen und Fassaden, System- und Handelspartner und Montagebetriebe in Deutschland vertritt. Unsere Mitgliedsbetriebe verarbeiten Aluminium, Stahl, Holz, Kunststoff und Glas. Als materialübergreifender Verband vertreten wir die Interessen von über 350 Firmen aus der Fenster- und Fassadenbranche.
Mehr Infos: https://www.window.de/verband-fenster-fassade/

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