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Architektur-Gesellschaft München: Bungalow Germania - Ein Rückblick

Zur 14. Architektur-Biennale in Venedig vergab Kurator Rem Koolhaas an alle Teilnehmer das Thema „Absorbing Modernity 1904-2014“und damit die Aufgabe an die Nationen, ihr Land in einem hundertjährigen Zeitrahmen darzustellen.
Alex Lehnerer und Savvas Ciriacidis erinnerten sich an Kanzler Helmut Kohl, wie er aus seinem Mercedes aussteigt und in „sein“ Haus geht. Aber was ist der Kanzlerbungalow für ein Haus? Das Wohnzimmer der Nation, gebaut 1964 und damit exakt in der Mitte der von Koolhaas vorgegebenen Zeitspanne. Ein Gebäude das dazu instrumentalisiert wurde, von der Nation zu sprechen, beziehungsweise dieser ein Versprechen zu geben. Die Idee war geboren „ Wir bauen den Bungalow ab und verschneiden ihn mit dem Pavillon.“ Eine Gegenüberstellung zweier historischer und politischer Monumente, die einen Dialog durch die architektonische Verbindung eingehen „Der Bungalow Germania“.

Die Architektur-Gesellschaft in München mit den beiden Generalkommissaren Alex Lehnerer und Savvas Ciriacidis.

So stellte sich die Frage: Wie baut man ein Gebäude in ein bereits Bestehendes so originalgetreu wie möglich ein? Die Materialität, der sich die zwei Gebäude gegenübertreten, ist besonders augenfällig. Backstein, Holz und Glas trifft auf Stein. Der Kanzlerbungalow der Offenheit und Demokratie repräsentiert, steht den steinigen meterhohen Wänden des Pavillons gegenüber. Alex Lehnerer und Savvas Ciriacidis wollten, dass sich die Gebäude selbst präsentieren, jedes für sich und doch gemeinsam. Der Dialog findet allein über die Gebäude statt, es gibt keine Erklärung, kein Hand-Out für die Besucher und keine Beschreibung im Raum, keine Worte keine Zahlen, lediglich ein Grundrissplan wird ausgehändigt.

Schon am Eingang vereinen sich Pavillon und Kanzlerbungalow. Foto: Bas Princen

So entsteht eine offene Interpretation, bei der viele Fragen im Raum stehen und die Antworten nicht gegeben werden. Jeder Besucher ist auf sich selbst gestellt, soll sich seine eigene Meinung bilden. Die Generalkommissare entziehen sich bewusst der Autorenschaft, sie haben sich entschieden, keine konkrete Aussage zu treffen oder sich für eine zu entscheiden, sondern setzen das Augenmerk auf die Widersprüchlichkeit. Auch wenn die Biennale eine große Plattform bietet, haben sie sich entschieden, die Architektur für sich selbst sprechen zu lassen.

Der Kanzlerbungalow im weitläufigen Park in Bonn. Foto: Lothar Schaack

Den Abschluss des Projektes sehen die beiden Kommissare als die Distanz-Phase, als die kritische Diskussion. Was sind die Meinungen nach einem halben Jahr „Bungalow Germania“? Mit der Architektur-Gesellschaft ist diese Phase erfolgreich gestartet.

Im Inneren des Pavillons sieht man die Überschneidungen der Gebäude noch deutlicher. Foto: Bas Princen

Bei Interesse an einer Teilnahme in Berlin, Frankfurt, Köln oder München, senden Sie eine E-Mail mit Ihren Kontaktdaten und der gewünschten Stadt an: projekte@detail.de

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