You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken
Stuttgart, AEB, Firmengebäude, Riehle+Assoziierte

Balkonien am Atrium: Firmengebäude in Stuttgart

Auf dem ehemaligen Firmengelände des Armaturenherstellers Hansa im Süden von Stuttgart rollen seit rund zwei Jahren die Bagger. Wo früher die Werkshallen standen, sollen bis voraussichtlich 2020 175 Wohnungen sowie eine neue Feuer- und Rettungswache entstehen. Der erste Baustein des neuen, 4,7 ha großen Quartiers ist unterdessen schon fertiggestellt: Der Softwareanbieter AEB hat in diesem Jahr sein neues Firmengebäude von Riehle+Assoziierte (Büro Stuttgart) bezogen.

Der sechsgeschossige, von der Straße etwas zurückgesetzte Neubau bietet Platz für rund 420 Mitarbeiter. Er folgt einer vielfach erprobten Typologie: ein nahezu quadratischer Grundriss mit zentralem Atrium und außen umlaufenden, 12-13 m tiefen Büroebenen. Tageslicht gelangt über die Glasfassaden und ein Glasdach über dem Atrium herein. Die einzelnen Büroebenen bieten jeweils Platz für zwei einander diagonal gegenüber liegende, L-förmige Großraumbereiche. In den beiden übrigen Gebäudeecken sind kleinere Zellenbüros sowie Nebenräume und Teeküchen als »partieller Dreibund« (so die Architekten) angeordnet. Im Erdgeschoss befinden sich die gemeinschaftlich genutzten Sonderbereiche wie Konferenzräume, Kantine und ein Sportraum.

Eine Besonderheit ist die Anbindung der Büroflächen an das Atrium, das nicht lediglich zum »Reinschauen«, sondern dank umlaufender Balkone in allen Geschossen auch als Erschließungs- und Versorgungszone genutzt wird. Während in den Büroflächen die Sichtbetondecken »nackt« blieben (und mit einer Bauteilaktivierung versehen sind), verlaufen die zentralen Lüftungsleitungen jeweils ringförmig hinter abgehängten Decken unter den Atriumsbalkonen. Alternierend auskragende, größere Balkonflächen an den Atriumsecken sollen als informelle Treffpunkte und Pausenzonen dienen.

Rahmenlose, deckenhohe Verglasungen trennen die Büroflächen vom Atrium. Auch die Außenfassaden sind komplett verglast. Gegliedert werden sie durch weiße Gesimse vor den Geschossdeckenrändern (die unter anderem die Raffstoren für die Verschattung aufnehmen) und ebenfalls weiße, vertikale Lisenen in jeder dritten Fassadenachse. Beide Profile bestehen aus hell beschichteten Aluminium-Strangpressprofilen. Zusammen bilden Gesimse und Lisenen ein Art geschossweise alternierenden Rahmen, der jeweils zwei fest verglaste Elemente und eines mit öffenbaren Fenstern aufnimmt.

Außen vor den Öffnungsflügeln fungieren Streckmetallpaneele als Absturzsicherung und fest stehender Sonnenschutz.

Das Haus ist als KfW-Effizienzhaus 55 ausgelegt und verfügt über eine durchgehende Dreifach-Sonnenschutzverglasung sowie hocheffiziente Lüftung mit Wärmerückgewinnung. Als Wärmequelle dient eine Wasser/Wasser-Wärmepumpe, die den im Haus ohnehin vorhandenen Sprinklertank als thermisches Reservoir nutzt. Im Sommer wird das Haus ebenfalls über den Sprinklertank – verbunden mit einer adiabaten Kühlung und einem zusätzlichen Rückkühler – gekühlt. Für Spitzenlasten stehen ein Gasbrennwertkessel (für die Heizung) bzw. elektrisch betriebene Kompressionskältemaschinen (für die Kühlung) zur Verfügung. In die Räume gelangen Wärme und Kälte in den Obergeschossen über eine Betonkernaktivierung und Unterflurkonvektoren, im Erdgeschoss über eine Fußbodenheizung und -kühlung.

Kurze Werbepause

Aktuelles Heft
DETAIL 9/2018
DETAIL 9/2018, Schulen

Konzept: Schulen

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.