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Bauministerium prämiert sanierte Großsiedlungen

Rund 7,5 % aller Wohnungen in Deutschland liegen in Großwohnsiedlungen aus den 50er- bis 80er-Jahren, die bislang eher nicht durch Energieeffizienz auf sich aufmerksam machen. Um ihre Sanierung voranzubringen, hat das Bundesbauministerium einen hoch dotierten Wettbewerb ausgeschrieben, dessen Sieger jetzt gekürt wurden.

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Foto: GESOBAU

2,2 Millionen Euro Preisgeld und insgesamt 34 Preisträger – der Wettbewerb „Energetische Sanierung von Großwohnsiedlungen “ des Bundesbauministeriums setzt auf spürbare Wirkung. Mitte Juli zeichneten Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee, der Präsident des Deutschen Mieterbundes Dr. Franz-Georg Rips und der Präsident des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) Lutz Freitag die 5 Gold-, 10 Silber- und 19 Bronze-Medaillengewinner aus. Daneben wurden weitere 19 Einreichungen „zur Durchführung empfohlen“.

Die fünf mit je 100.000 Euro dotierten Goldmedaillen gingen an:
- GESOBAU AG Berlin für das Konzeptgebiet Märkisches Viertel
- Eisenbahner-Wohnungsbaugenossenschaft Dresden eG für das Konzeptgebiet Gorbitz
- VOLKSWOHNUNG GmbH Karlsruhe für das Konzeptgebiet Rintheimer Feld
- wbg Nürnberg GmbH für das Konzeptgebiet Parkwohnanlage West und
- Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode mbH für das Konzeptgebiet
Stadtfeld.

Der Wettbewerb prämiert ganzheitliche Sanierungskonzepte für Siedlungen ab 1000 Einwohnern. Gefragt waren neben energetischen Maßnahmen auch unternehmerische und wohnungswirtschaftliche Konzepte, Ideen zur Stadtentwicklung und zur Nutzerpartizipation sowie Überlegungen zur Finanzierung und Durchführung der Maßnahmen. Nur Konzepte, die alle sechs Aspekte in sich vereinten, hatten eine Chance auf den Sieg.

Teilnahmeberechtigt am Wettbewerb waren Wohnungsunternehmen, Genossenschaften und Eigentümergemeinschaften, die Sanierungskonzepte für entsprechende Siedlungen erstellt haben. Sie verwalten ein enormes Energie-Einsparpotenzial: Rund 2,4 Millionen Wohnungen umfassen die deutschen Großsiedlungen aus den 50er- bis 80er-Jahren in West und Ost, etwa 5 Millionen Menschen leben dort. Durch eine energetische Sanierung der Wohngebäude können leicht 100 kWh Heizenergie pro Quadratmeter und Jahr gespart werden. Umgelegt auf eine 70-Quadratmeter-Wohnung ergibt dies eine Einsparung von 4 Tonnen CO2 oder 420 Euro Heizkosten pro Jahr.

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Foto: GESOBAU

Die Preisgelder im Wettbewerb (100.000 Euro für jede Gold-, 75.000 Euro für eine Silber- und 50.000 Euro für eine Bronzemedaille) verstehen sich nicht als Geschenk an den jeweiligen Träger der Siedlung, sondern als zweckgebundener Finanzierungszuschuss. Sie stammen aus dem Topf des CO2-Gebäudesanierungsprogramms, das allein 2009 1,5 Milliarden Euro für energetische Verbesserungen im Bestand zur Verfügung stellt.

Die mit „Gold“ ausgezeichneten Siedlungen und Konzepte reichen über die gesamte Bandbreite der Siedlungstypen, Entstehungszeiträume und Sanierungsmaßnahmen. Während die Karlsruher Siedlung bereits in den 50er-Jahren entstand, wurde das Gebiet Dresden-Gorbitz erst Ende der 80er-Jahre bebaut. Die weitaus größte Aufgabe hat die GESOBAU mit dem Berliner Märkischen Viertel (Fotos) vor sich: Während die übrigen Gold-Preisträger alle im Bereich zwischen 1000 und 2000 Wohneinheiten liegen, besteht das Quartier im Norden von Berlin aus mehr als 15.000 Wohnungen, die in den kommenden Jahren schrittweise saniert werden sollen. Unter anderem sollen in die Wohnungen intelligente Stromzähler und individuelle Wasseruhren eingebaut werden. Die Sanierung, die im bewohnten Zustand durchgeführt wird, soll für die Quartiersbewohner annähernd warmmieteneutral sein.

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